Drohnenabwehr auf Rädern: GDELS zeigt Pandur mit Laser, Radar und Valhalla-Turm auf der Eurosatory
Akustische Sensoren, ein Hochenergielaser von Cilas und der Mangart-25-Turm: Auf der Eurosatory bündelte GDELS Drohnenabwehr auf einem Pandur 6×6. Ob daraus Beschaffungen werden, ist offen – Slowenien soll großes Interesse zeigen.

Mit mehreren neuen Lösungen zur Drohnenabwehr war General Dynamics European Land Systems (GDELS) auf der Eurosatory vertreten. Zu sehen war unter anderem ein Piranha 8×8 in Flugabwehrkonfiguration; die meisten Blicke zog jedoch ein Pandur 6×6 auf sich, der umfassend für die bodengebundene Luftverteidigung (Ground-Based Air Defence, GBAD) ausgestattet ist.
Zentrales Element des im Freigelände gezeigten Demonstrators ist der unbemannte Mangart-25-Turm von Valhalla Turrets, aufgebaut auf dem Pandur 6×6. Die Konfiguration ist allerdings deutlich mehr als eine klassische Waffenstation: Auf einer einzigen Plattform sind zahlreiche Sensoren und Effektoren vereint, mit denen sich Drohnen detektieren, verfolgen und bekämpfen lassen.
Zur Zielaufklärung dient unter anderem ein passives akustisches System zur Drohnendetektion von Microflown. Mit vier Sensoreinheiten am Fahrzeug werden anfliegende Drohnen akustisch erfasst und geortet. Gerade gegen kleinste unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS), die sich nur schwer aufklären lassen, ist das ein wichtiger Vorteil.
Ebenfalls an Bord ist die Hochenergielaserwaffe Helma-P des französischen Herstellers Cilas. Auf einem Mast montiert, soll sie Drohnen und weitere Luftziele auf Distanzen von rund 1.000 bis 3.000 Metern bekämpfen können. Weil Laserwaffen ohne klassische Munition auskommen, gelten sie als besonders kosteneffiziente „Low Cost to Kill”-Lösung.
Drohnenabwehr von der Erfassung bis zur Bekämpfung
Im Mangart-25-Turm selbst sind eine 25-Millimeter-Maschinenkanone, 70-Millimeter-Lenkflugkörper von Thales und ein Spexer-Radar von Hensoldt kombiniert. Damit steht – vergleichbar mit dem Skyranger-Fliegerabwehrturm, den GDELS-Steyr für das Österreichische Bundesheer auf dem Pandur Evolution integriert – eine weitgehend autonome „Stand-alone-Lösung” von der Zielerfassung bis zur Bekämpfung zur Verfügung.



Bei der Maschinenkanone sticht der Doppelgurtzuführer hervor, mit dem sich unterschiedliche Munitionssorten mitführen lassen. Die Besatzung kann so flexibel zwischen Luft- und Bodenzielen umschwenken, ohne dafür Munition tauschen zu müssen.
Außerdem verbaut ist die MRPA-3A Horizon Nulling GNSS Active Antenna von General Dynamics Mission Systems. Sie soll Störsignale bodengebundener Jammer unterdrücken und die Navigation so widerstandsfähiger machen. Energie an Bord liefert unter anderem eine Emily-3000-Brennstoffzelle von SFC Energy.
Gemeinsam mit den slowenischen Streitkräften wurden Fahrzeug und Mangart-Turm bereits vor einigen Wochen bei einem Scharfschießen erprobt; daher stammen auch die „Killmarks”, die auf den Turm gemalt sind. GDELS-Steyr hat zudem in den vergangenen Monaten weitere Konzepte für die Abwehr von Drohnen im Nah- und Nächstbereich präsentiert.
Noch offen ist, ob und wann die einzelnen Konfigurationen in Beschaffungsprogramme eingehen. Insbesondere die auf der Eurosatory präsentierte Kombination aus Pandur und Mangart stößt dem Vernehmen nach jedoch bei den slowenischen Streitkräften auf großes Interesse.
Fotocredits
© Unmanned Magazine/RosenkranzWeiterlesen

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