Navigation ohne GPS: dForce Technologies macht Kleindrohnen per Software autonom
Mit Force AI will das österreichische Start-up dForce Technologies günstigen Kleindrohnen die Navigation ohne GPS ermöglichen – eine Fähigkeit, die bislang großen, teuren Systemen vorbehalten war. Zusätzliche Hardware soll es dafür nicht brauchen.

Navigation ohne GPS und damit ohne Satellitenverbindung war bisher nur deutlich größeren und teureren Systemen möglich. Eine neue Software des österreichischen Defence-Tech-Start-ups dForce Technologies soll diese autonome Fähigkeit nun erstmals auch Kleindrohnen verschaffen.
Ein Szenario aus dem militärischen Einsatz: Eine FPV-Drohne (FPV: Sicht aus der Ich-Perspektive, First-Person View) soll ein Gebiet aufklären oder einen Feind bekämpfen. Ein Knopfdruck genügt, und die Mission läuft selbstständig ab – autonom und ohne jede Satellitennavigation. Weil die Drohne keine Funksignale benötigt, können ihr elektronische Störversuche – etwa Störung (Jamming) oder Spoofing (Signalverfälschung) – zudem nichts anhaben.
Dahinter steckt Force AI, eine von dForce Technologies entwickelte Software. Über ein synthetisches GPS findet die Drohne ihren Weg, ohne auf Satellitensignale angewiesen zu sein. Vitalii Yehorov von dForce beschreibt das Prinzip so: „Vereinfacht könnte man sagen, wir lassen den Flight-Controller einer Drohne glauben, dass er nach wie vor eine GPS-Verbindung hat – obwohl keine besteht”.
Auf dieser Navigationsbasis setzen Module auf, die ganz unterschiedliche Aufgaben abdecken, von der Feindaufklärung bis zur Zustellung von Paketen. Yehorov dazu: „Wir bieten ein Dual-Use-Produkt an, das sowohl militärisch als auch zivil nutzbar ist, wobei unser Schwerpunkt klar im Bereich Defence-Tech liegt”.
Warum Navigation ohne GPS bei Kleindrohnen bisher scheiterte
Bei Langstreckendrohnen wie Bayraktar oder Shahed gehört autonomes Fliegen seit Langem zum Standard. Günstige Kleindrohnen ließen sich dagegen kaum so ausstatten: Die nötige Hardware hätte ein Vielfaches dessen gekostet, was die Drohne selbst in der Anschaffung kostet, und zugleich die Nutzlast verringert. Das Gewicht wäre zu hoch gewesen, der Preis ebenso.
Genau an diesem Punkt setzt Force AI an. Yehorov erklärt: „Da unser Produkt eine reine Softwarelösung bietet, braucht es kein zusätzliches Hardwaremodul, keine zusätzlichen Kameras oder andere Sensoriken”. Aufgespielt wird die Software mit einem einfachen Firmware-Update, das die Leistungsfähigkeit der Drohne optimiert.
„Da unser Produkt eine reine Softwarelösung bietet, braucht es kein zusätzliches Hardwaremodul, keine zusätzlichen Kameras oder andere Sensoriken.“
Vitalii Yehorov, Geschäftsführer und Entwicklungschef von dForce International
Entwickelt wurde die Technologie seit 2022, inzwischen ist sie einsatzbereit. „Die Gespräche mit Drohnenherstellern zeigen, unsere Technologie hat einen Mehrwert, der nachgefragt wird”, sagt Yehorov. Nach seiner Darstellung gehört dForce Technologies zu den wenigen Firmen in diesem Sektor und hat als bisher einziges Unternehmen die Technologie unter realen Bedingungen erprobt.
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