Aufklärungsdrohne AR5: Britisches Heer bestellt bei Tekever für bis zu 400 Millionen Pfund
Mit dem Projekt CORVUS holt sich die British Army die AR5 des portugiesischen Herstellers Tekever. Der Vertrag über die Aufklärungsdrohne hat ein Volumen von bis zu 400 Millionen Pfund, gefertigt wird vor allem in Swindon, die Einführung soll noch 2026 beginnen.

Eine Aufklärungsdrohne aus Portugal soll künftig für das britische Heer fliegen: die AR5 von Tekever. Den Vertrag mit dem britischen Verteidigungsministerium hat der Hersteller im Rahmen des Projekts CORVUS unterzeichnet, sein Wert liegt bei bis zu 400 Millionen Pfund (rund 460 Millionen Euro). Noch in diesem Jahr sollen die ersten Systeme in Dienst gehen.
Die British Army bekommt damit ein unbemanntes Luftfahrtsystem, das für lange Aufklärungs- und Überwachungseinsätze gedacht ist. Auch über größere Distanzen soll die Drohne nutzbar sein und den Kommandanten laufend ein Lagebild vom Gefechtsfeld übermitteln. Gegnerische Aktivitäten sollen so früh erkannt werden, militärische Entscheidungen auf besseren Informationen beruhen.
Wesentlich für den Zuschlag war nach Darstellung von Tekever auch die Erfahrung aus dem Einsatz in der Ukraine. Mehr als 50.000 operative Flugstunden haben die Systeme des Unternehmens dort nach eigenen Angaben seit 2022 geleistet. Was dabei gelernt wurde, soll in die weitere Entwicklung der AR5 eingehen.
Aufklärungsdrohne aus Swindon
Gebaut werden die AR5 für die britischen Streitkräfte vor allem am Tekever-Standort Swindon. Dazu kommen Leistungen für Entwicklung, Ausbildung und Unterstützung an anderen Orten in Großbritannien, außerdem arbeitet das Unternehmen mit Zulieferern vor Ort zusammen.
Eingebettet ist der Auftrag in eine langfristig angelegte Expansion in Großbritannien. Unter dem Namen Overmatch läuft ein Investitionsprogramm, über das Tekever 400 Millionen Pfund (rund 460 Millionen Euro) in den Ausbau seines britischen Geschäfts stecken will.
Karl Brew, Geschäftsführer von Tekever UK, ordnete den Auftrag so ein: „Corvus ist mehr als ein Überwachungssystem. Es steht für einen grundlegend anderen Ansatz bei der Bereitstellung militärischer Fähigkeiten, der sich kontinuierlich weiterentwickelt, um den operativen Anforderungen stets einen Schritt voraus zu sein”.
Die Bedeutung des Projekts hob auch Luke Pollard hervor, britischer Staatsminister für Verteidigungsbereitschaft und Industrie. Von kleinen Drohnen bis hin zur AR5 verbessere sich die Fähigkeit des Heeres, das Gefechtsfeld zu überwachen, es zu verstehen und rascher zu handeln.
Neuer Standort in München
Zugleich baut Tekever seine Präsenz in Europa aus. Im deutschsprachigen Raum ist das Unternehmen nun mit der neu gegründeten Tekever Germany und einem Standort in München stärker vertreten. Eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr besteht bereits: Die deutschen Streitkräfte haben eine erste Schwerlastdrohne des Herstellers übernommen und wollen damit autonome Fähigkeiten erproben, vor allem für Logistik und Unterstützung.
Vorausgegangen war eine Finanzierungsrunde über bis zu 580 Millionen US-Dollar (rund 500 Millionen Euro). Tekever erhielt dabei eine Bewertung von 6,4 Milliarden US-Dollar (rund 5,5 Milliarden Euro). Präsent ist das Unternehmen außer in Deutschland und Großbritannien auch in Frankreich, der Ukraine und Estland.
Noch 2026 soll das britische Heer mit der Einführung der AR5 beginnen. Über Corvus will die British Army ihre weiträumige und dauerhafte Aufklärung ausbauen und zugleich die Drohnenindustrie im eigenen Land stärken.
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