Aufklärungsdrohnen für das Bundesheer: 315 Magni-X von Elbit Systems kommen ab August 2025
Rund 100 Soldatinnen und Soldaten wurden schon ausgebildet, nun folgen die Aufklärungsdrohnen selbst: Was die Magni-X von Elbit Systems kann und wie das Bundesheer den Aufwuchs bis auf Zugebene plant.

Das Bundesheer bekommt in Kürze neue Aufklärungsdrohnen: Wie das Newsportal Heute berichtet, handelt es sich um Kurzstrecken-Luftaufklärungsdrohnen vom Typ Magni-X des israelischen Herstellers Elbit Systems.
Vorausgegangen waren der Beschaffung ein Auswahlverfahren und eine Ausbildung von Drohnenbedienern durch die Heerestruppenschule. Schon im Jänner standen rund 100 Soldatinnen und Soldaten bereit, um die neuen Gefechtstechnik-Drohnen zu übernehmen. Angestrebt wird ein Aufwuchs, der von den Großverbänden über ein bis zwei Drohnenlehrer je Bataillon bis hinunter auf Zugebene reicht. Viel Arbeit liegt also noch vor dem Bundesheer: Die vorerst 315 beschafften Drohnen sind als Anfang gedacht, nicht als Endpunkt.
Leistungsdaten der Aufklärungsdrohnen
In der Standardkonfiguration bringt der faltbare Quadrocopter 2 Kilogramm auf die Waage, als Langreichweiten-Version 3 Kilogramm; das Abfluggewicht darf maximal 3,5 Kilogramm betragen. Damit gehört das unbemannte Luftfahrzeugsystem (UAS) zur NATO-Drohnenklasse I Micro.

Mit 2 Kilogramm bleibt die Drohne bis zu 30 Minuten in der Luft, in der 3-Kilogramm-Version bis zu 60 Minuten. Mindestens 5 Kilometer beträgt die Reichweite, bei optimaler Verbindung sind bis zu 10 Kilometer möglich. Als Höchstgeschwindigkeit werden 45 km/h angegeben, die maximale Flughöhe liegt bei 1.200 Metern.

Sensoren von Next Vision zur Wahl
Als Nutzlast kann die Magni-X verschiedene Sensoren von Next Vision aufnehmen. 115 Gramm wiegt der Dragoneye 2-Sensor, ausgestattet mit einer dualen, stabilisierten Kamera für den elektrooptisch/infrarot (EO/IR) erfassten Bereich. Sein thermischer Sensor löst mit 640 × 480 px auf. Beim Zoom stehen 20-fach optisch und 2-fach digital zur Verfügung, insgesamt also eine bis zu 40-fache Vergrößerung.
Doppelt so schwer ist mit 250 Gramm der Night-Hawk 2; bei sonst identischer Leistungsfähigkeit liefert er eine entsprechend bessere Bildqualität. Noch mehr wiegt der Night-Hawk 2UZ mit 350 Gramm, der dafür eine thermische Sensorauflösung von 1.280 × 720 px erreicht.
Autonomer Flug, gesicherter Datenlink
Routen, Zielkoordinaten und Landeplätze, die der Bediener vorgibt, fliegt die Magni-X vollständig autonom an; Hindernisse erkennt sie und umfliegt sie selbstständig.
Sämtliche Flugdaten und Echtzeit-Videobilder stehen dem Bediener zur Verfügung. Weil die Steuerung autonom erfolgt, kann er sich ganz auf die Zielüberwachung konzentrieren. Für Einsätze in feindlichen Umgebungen sind ein störresistenter Flugsteuercomputer und ein gesicherter Datenlink vorhanden, kombiniert mit der Fähigkeit, ohne Satellitensignale zu navigieren.
Mit entsprechender Softwareausstattung kann das UAS Ziele außerdem automatisch entdecken, identifizieren und verfolgen.
Der Hersteller stuft die Magni-X als „TRL 9” ein. Gemeint ist der höchste Technologie-Reifegrad (TRL), der einen erfolgreichen Einsatz im realen Betrieb bescheinigt.

Laut dem Heute-Bericht umfasst die Beschaffung des Bundesheeres 315 UAS-Systeme samt Ausbildungspaket und Ersatzteilversorgung; geliefert werden sollen sie ab August 2025 in vier Tranchen.
Oberstleutnant Hartmuth Ziegler, Leiter des Referats Aufklärung in der Grundlagenabteilung der Heerestruppenschule, bekräftigte den Anspruch des Bundesheeres, das System im Rahmen seiner Fähigkeiten voll auszuschöpfen.
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