Drohnenpiloten im Wettkampf: Britische Armee lässt Teams in den Wellington Barracks antreten
Zehn Stunden, 30 Viererteams, ein nachgebautes Gefechtsfeld: In Westminster prüfte die britische Armee, wie sich ihre Drohnenpiloten unter realistischen Bedingungen schlagen. Der Pokal ging an das Royal Yorkshire Regiment.

Ihre besten Drohnenpiloten schickte die britische Armee in den dunklen Räumen der Wellington Barracks in Westminster gegeneinander ins Rennen. Herausfinden wollte sie, wer sich auf den Gefechtsfeldern der Zukunft am besten behauptet. Zur Teilnahme an dem zehnstündigen Drohnenwettkampf aufgerufen waren sämtliche Einheiten der 1 UK Division, der Global Response Division des Heeres, aus dem ganzen Vereinigten Königreich. Erstmals glich der Parcours einem modernen Gefechtsfeld in einer vom Krieg zerstörten Stadt.
Insgesamt traten 30 Viererteams an, ausgerüstet mit hochmodernen Kohlenwasserstoffdrohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) und Point of View (POV)-Headsets. Im ersten Teil ging es gegeneinander durch ein komplexes Schlachtfeld aus zerstörten Gebäuden und beschädigten Fahrzeugen. In stockdunkler Nacht bahnten sich die Teams danach einen Weg durch Gräben, die von Sandsäcken gesäumt waren, und fanden sich anschließend in einem Szenario im „Feindesland” wieder. Gemeinsam leisteten sie dort Aufklärungsarbeit und trugen so viele Informationen wie möglich zusammen, ehe sie ihre Drohne sicher aus dem Gebiet zurückholten.



Drohnenpiloten: vom Hobbysport zur operativen Fähigkeit
In der modernen Kriegsführung hat der Einsatz von Drohnen die Dynamik militärischer Operationen verändert: Er verschafft einzigartige taktische Vorteile und steigert in unterschiedlichen Kampfszenarien die operative Effizienz der Soldaten. Weltweit nutzen Armeen Drohnen für verschiedenste Zwecke, unter anderem für Überwachung, Aufklärung und gezielte Angriffe. Die britische Armee überlegt daher, wie ein deutlich breiteres Spektrum von Soldaten Drohnen einsetzen kann.
Drohnenwettkämpfe hat es in der British Army auch früher schon gegeben, sie galten bislang aber stets als Hobbysport. Durch die aktuellen Konflikte hat sich diese Sichtweise deutlich gewandelt: Schätzungsweise 80 Prozent der Verluste auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine gehen auf Drohnenaktivitäten zurück. Wer Drohnen geschickt einsetzt, kann darin also den Schlüssel zum operativen Erfolg finden.

Ganz bewusst fand der Wettbewerb deshalb in einem äußerst realistischen Gefechtsszenario statt. Die Soldaten sollten sich so voll auf das Drohnenfliegen als mögliche künftige operative Fähigkeit einlassen können, statt darin bloß einen Wettkampfsport zu sehen. Interessanter und spannender als zuvor fiel der Wettbewerb dadurch aus.
Zeitvorgabe, CCTV und ein Pokal
Wer auf den ersten Platz hoffte, musste die Aufgaben innerhalb einer Zeitvorgabe erledigen – gefragt war neben Präzision also auch Tempo. Über bestimmte Blickpunkte und CCTV verfolgten die Teams, wie weit ihre Konkurrenten waren. Am Ende setzte sich das Team des 2. Bataillons des Royal Yorkshire Regiments durch; den prestigeträchtigen Pokal überreichte Brigadier Mark Berry, Kommandeur der 16 Air Assault Brigade. Knapp dahinter landete das 2. Bataillon des Fallschirmjägerregiments auf Platz zwei, Rang drei ging an die Grenadier Guards.
Fotocredits
© Ministry of DefenceWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

