Drone Dominance Program: Pentagon wählt elf Anbieter für „Gauntlet 2“ aus
Über das Drone Dominance Program sollen bis 2027 rund 300.000 günstige FPV-Angriffsdrohnen an die US-Streitkräfte gehen. Nach der ersten Testrunde mit 25 Anbietern bleiben elf Unternehmen – bei größeren Stückzahlen und sinkenden Preisen.

Mit dem Drone Dominance Program (DDP) hat das US-Verteidigungsministerium im Februar eine Beschaffungsreform aufgesetzt. Damit sollen Produktion und Einsatz kostengünstiger, einwegfähiger Angriffsdrohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) massiv beschleunigt werden. Rund 300.000 Drohnen sollen bis 2027 an die US-Streitkräfte geliefert werden.
Phase 1 trägt den Namen „Gauntlet 1”. Ab Februar wurden dabei bei 25 ausgewählten Anbietern 30.000 Drohnen zum Stückpreis von 4.300 Euro bestellt; beschrieben werden sie als Systeme mit begrenzter Reichweite und begrenzten Fähigkeiten. Unter den Teilnehmern von Gauntlet 1 stammten 75 Prozent nicht aus der traditionellen Rüstungsindustrie.

Drei Missionen im Test
Im Test mussten die Drohnen verschiedene Missionsprofile bewältigen. Mission 1 verlangte Treffer auf Ziele in 2,5, fünf, 7,5 und zehn Kilometern Entfernung. Mission 2 bestand darin, zunächst zwei Ziele im Freien gleichzeitig zu treffen und danach ein Ziel in einem Gebäude. In beiden Fällen kamen militärische Einsatzkräfte zum Einsatz.
Optional war Mission 3, eine „Kinetic Strike”-Herausforderung: Piloten der Drohnenhersteller flogen dabei ihre First-Person-View-Drohnen (FPV), um dynamische Zielbekämpfung und den Einsatz von Nutzlasten in Echtzeit vorzuführen. Bewertet wurden Manövrierfähigkeit, Kommunikationsverbindung und Präzisionssteuerung der Plattform, während sie einen kinetischen Angriff ausführte.
Drone Dominance Program: elf Unternehmen in Phase zwei
Anfang Mai lag dem Pentagon mindestens 50 Prozent der bestellten Drohnen vor; bis Juli 2026 muss alles geliefert sein. In die Bewertung der Unternehmen flossen ihre Leistung bei „Gauntlet 1”, die Einschätzungen militärischer Einsatzkräfte sowie ihre Kapazitäten in Produktion und Lieferkette ein.
Ausgewählt wurden im „Drone Dominance Program” die elf besten Unternehmen, die mit weiteren Aufträgen rechnen können: Skycutter, Neros, Napatree, ModalAI, Auterion, Ukrainian Defense Drones (UDD), Griffon Aerospace, Nokturnal AI, Halo Aeronautics, Ascent Aerosystems und Farage Precision. Von 100 möglichen Punkten erzielten sie zwischen 70 und 99,3.
Für „Gauntlet 2” ist der August vorgesehen. Bei den elf Anbietern werden dann 70.000 Drohnen zu je 3.450 Euro bestellt, von denen eine größere Reichweite und bessere Fähigkeiten verlangt werden. Um die heimische Lieferkette zu schützen, sind Motoren und Batterien aus dem Ausland ausgeschlossen.
Anfang 2027 folgt „Gauntlet 3” mit 100.000 Drohnen von fünf Anbietern; bei „Gauntlet 4” sollen 150.000 Drohnen von voraussichtlich drei bis fünf Anbietern für knapp 2.000 Euro geordert werden. Schritt für Schritt steigen damit die Bestellmengen, während die Kosten sinken und die Fähigkeiten zunehmen. Ganz bewusst verlässt das US-Militär damit die traditionellen Abläufe der Geschäftsentwicklung im Pentagon.
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© Marine Corps Cpl. Ernesto Lagunes · © ArchivWeiterlesen

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