Kamikazedrohnen für die Ukraine: Renault bereitet in Le Mans und Cléon die Fertigung der Chorus vor
Ein Autobauer als Drohnenproduzent: Renault soll die von Turgis Gaillard entwickelte Chorus in Serie bauen, bis zu 600 Stück im Monat. Die Kamikazedrohne für die Ukraine ist mit Shahed und Geran-2 vergleichbar, im Raum steht ein DGA-Vertrag über rund eine Milliarde Euro.

Wie das französische Wirtschaftsmagazin L’Usine Nouvelle berichtet, bereitet Renault die Produktion von Kamikazedrohnen für die Ukraine vor: In den Werken Le Mans und Cléon soll der französische Automobilhersteller eine Langstrecken-Angriffs- und Aufklärungsdrohne bauen.
Die Entwicklung stammt von Turgis Gaillard. Das auf Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung spezialisierte Unternehmen kennt man im Drohnenbereich unter anderem durch die Kampfdrohne Aarok für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer (MALE), die im September 2025 zum ersten Mal testweise geflogen ist.

Chorus heißt das Modell für die Ukraine. Der Name leitet sich von Chor ab und bezeichnet in der Tontechnik einen akustischen Effekt – womöglich ein Hinweis darauf, dass die Waffe für Schwarm- oder Gruppenangriffe statt für Solomissionen gedacht ist. Damit läge sie auf der Linie der derzeitigen Entwicklung im ukrainischen Drohnenkrieg: In abgestürzten russischen Geran-Drohnen finden sich immer häufiger Mesh-Modems. Mit ihnen werden die Angriffsflüge offenbar in Echtzeit koordiniert, um die Drohnen an erkannten Abwehrstellungen vorbeizuführen.
Kamikazedrohne nach Methoden der Autoindustrie
Angekündigt hatte Chorus Sébastien Lecornu im Sommer 2025; die Leitung des Programms liegt bei der französischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsgüter (DGA). Frankreich soll so eine ferngesteuerte Langstreckenwaffe bekommen, vergleichbar den iranischen Shahed- und den russischen Geran-2-Drohnen. Laut L’Usine Nouvelle eignet sich Chorus auch für Missionen zur Aufklärung und Beobachtung.

Gemeinsam mit Renault hat Turgis Gaillard die Chorus so konzipiert, dass sie sich mit den in der Automobilindustrie üblichen Produktions- und Montageverfahren fertigen lässt. Dem Magazin zufolge misst die Drohne etwa zehn Meter in der Länge und acht Meter in der Spannweite. Gefertigt werden sollen bis zu 600 Exemplare im Monat. Im Erfolgsfall winkt von der DGA ein Zehnjahresvertrag über rund eine Milliarde Euro.
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