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Unmanned Systems / Aerial Drones

Kampfdrohnen aus der Türkei: Indonesien kauft zwölf UCAV Bayraktar Kizilelma für seine Luftwaffe

Zwölf Kizilelma fest, achtundvierzig weitere als Option: Indonesien setzt bei Kampfdrohnen auf die Türkei. Global Data sieht darin einen Sprung für die Luftkriegsführung des Landes – und verweist auf lokale Fertigung, das Teaming mit dem Kaan und die Straße von Malakka.

Indonesia strengthens air force with UCAV Kizilelma
© Baykar

Zwölf türkische unbemannte Kampfflugzeuge (UCAV) vom Typ Bayraktar Kizilelma wollen die indonesischen Streitkräfte erwerben – der entsprechende Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet. Hinzu kommen Optionen auf achtundvierzig weitere Flugzeuge. Global Data, eine Plattform für Marktforschung und Produktivitätsanalysen, wertet den Kauf der Kampfdrohnen als transformativen Sprung in der Verteidigungsstrategie Indonesiens, der die Fähigkeiten des Landes in der Luftkriegsführung stärkt.

Rund 2,3 Milliarden Euro dürfte Indonesien in den kommenden zehn Jahren in die Beschaffung unbemannter Luftfahrzeuge (UAV) stecken. Das geht aus dem neuen Global-Data-Bericht „The Global Military Unmanned Aerial Vehicles (UAV) Market Forecast 2026-2036” hervor. Auffällig: Etwa 70 Prozent dieser Mittel sollen in Plattformen aus türkischer Produktion fließen – ein Hinweis darauf, wie sehr das Land der türkischen Verteidigungstechnologie vertraut.

Indonesien hat seine Fähigkeiten im Bereich der Luftkriegsführung durch die Beschaffung mehrerer militärischer Plattformen der nächsten Generation in den letzten Jahren erheblich ausgebaut. Die Vertiefung der Verteidigungsbeziehungen zwischen Indonesien und der Türkei hat wesentlich zu den Bestrebungen des Landes beigetragen, seine Streitkräfte zu modernisieren.— Venkatesh Kandlikar, Analyst für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung bei Global Data

Lokale Fertigung und Technologietransfer

Das Rahmenabkommen zwischen der Türkei und Indonesien geht über den bloßen Kauf hinaus. Vorgesehen sind auch Technologietransfer, lokale Produktion und eine Wartungsinfrastruktur. Das treibt den Ausbau der eigenen Luft- und Raumfahrtindustrie voran und stärkt zugleich die Verteidigungsposition Indonesiens im indopazifischen Raum, indem Fähigkeiten zur Luftkriegsführung der nächsten Generation zum Einsatz kommen.

Aufbauen soll die lokalen Kapazitäten das indonesische Verteidigungsunternehmen Republikorp: von der Montage der Flugzeugzellen über die Integration der Avionik und die Zertifizierung der Waffensysteme bis zu umfassenden Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdiensten (MRO). Grundlage dafür sind frühere gemeinsame Produktionsinitiativen mit der Türkei rund um die Plattformen Bayraktar TB2, TB3 und Akinci, vor allem mit dem türkischen Drohnenhersteller Baykar. Mit jedem Folgeprogramm gingen dabei schrittweise Fertigungs-Know-how, Protokolle zur Qualitätssicherung und Fähigkeiten im Lieferkettenmanagement über.

Dieser schrittweise Ansatz zur vertikalen Integration schafft nachhaltige einheimische Kompetenzen, senkt die langfristigen Beschaffungskosten und positioniert Indonesien als regionalen Luft- und Raumfahrt-Hub, der in der Lage ist, verbündete Nationen zu unterstützen— Venkatesh Kandlikar

Kampfdrohnen im Team mit dem Kaan

Zu sehen ist der Kizilelma-Kauf auch im Licht des im Vorjahr unterzeichneten Vertrags zur Beschaffung des Kaan-Kampfflugzeugs der 5. Generation aus der Türkei. Indonesien will demnach offenbar in das türkische Luftverteidigungs-Ökosystem investieren statt in einzelne Plattformen. Kaan und Kizilelma lassen sich im bemannt-unbemannten Teaming (MUM-T) einsetzen, was der indonesischen Luftwaffe einen erheblichen operativen und technologischen Vorteil bringen könnte.

Geografisch gesehen liegt Indonesien in der Nähe einer wichtigen maritimen Engstelle, der Straße von Malakka. Im Falle eines künftigen Konflikts, an dem asiatische Mächte – insbesondere China – beteiligt sind, könnte die Straße von Malakka zu einem weiteren Krisenherd werden, der die Weltwirtschaft lahmlegen könnte, mit weitaus schlimmeren Auswirkungen als denen, die wir derzeit durch die Blockade der Straße von Hormus erleben— Venkatesh Kandlikar
Durch die Modernisierung seiner militärischen Fähigkeiten bereitet sich Indonesien auf eine solche Eventualität vor und sichert seine Fähigkeit, seine Interessen in der Region zu schützen, für die Zukunft ab.— Venkatesh Kandlikar, zusammenfassend

Fotocredits

© Baykar
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