Militärdrohnen als Geschenk: Türkei überlässt Bosnien und Herzegowina zwei Bayraktar TB2
Drohnen, Kontrollstationen und Schulung gibt es für Bosnien und Herzegowina gratis. Auch Kosovo, Serbien, Montenegro, Kroatien und Slowenien setzen auf Militärdrohnen – von Bayraktar TB2 über chinesische CH-95 bis zu Eigenentwicklungen.

Zwei Militärdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 des türkischen Herstellers Baykar erhält Bosnien und Herzegowina (BiH) als Spende aus der Türkei. Grundlage ist ein Militärhilfeabkommen, wie der bosnische Kanal der Deutschen Welle berichtet.
Kostenlos bereitgestellt werden nicht nur die Mehrzweck-Drohnen selbst, sondern auch die nötigen Kontrollstationen und die Schulung des Personals.
Das bosnische Verteidigungsministerium spricht von einer „Botschaft der Unterstützung staatlicher Institutionen und einer klaren Partnerschaft zwischen Bosnien und Herzegowina und der Türkei”.
Wie Minister Zukan Helez erklärte, fallen für Bosnien und Herzegowina keine Kosten an; Eigentümer der beiden Drohnen wird dennoch der Staat. Eingesetzt werden sollen sie unter dem Kommando des vereinigten Generalstabs der Streitkräfte des Landes.
Über die beiden geschenkten Bayraktar TB2 hinaus hat Bosnien auch über den Kauf von vier weiteren unbemannten Luftfahrzeugen (UAV) aus der Türkei samt zugehöriger Kontrollstationen verhandelt.
Militärdrohnen in Kosovo und Serbien
Der Kosovo soll 2023 fünf Bayraktar TB2 gekauft haben. Fliegen darf er sie allerdings nicht ohne Zustimmung des Befehlshabers der NATO-geführten Friedenstruppe KFOR, denn diese ist primär für den Luftraum über dem Kosovo zuständig.
Die oberste Autorität über diesen Luftraum liegt laut Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates von 1999 beim KFOR-Befehlshaber. Für kommerzielle Flüge ist nur der obere Luftraum des Kosovo freigegeben; der untere darf für bestimmte Zwecke genutzt werden, sofern der KFOR-Befehlshaber vorab zustimmt.

Serbien kombiniert ausländische Drohnen mit UAV, die im Land selbst entwickelt und produziert werden. Am 4. Juli 2020 teilte das serbische Verteidigungsministerium mit, sechs neue unbemannte Luftfahrzeuge des Typs CH-92A aus der Volksrepublik China übernommen zu haben.
Die CH-92A ist eine bewaffnungsfähige Mehrzweckdrohne mit einem Aktionsradius von mehr als 250 Kilometern. Sie erreicht eine maximale Flughöhe von 5.000 Metern und fliegt etwas weniger als 200 Kilometer pro Stunde schnell.

Hinzu kommen chinesische CH-95-Drohnen, deren Beschaffung Präsident Aleksandar Vučić und Verteidigungsminister Nebojša Stefanović am 15. September 2021 ankündigten. Bei 20,5 Metern Flügelspannweite und 1.100 Kilogramm Abflugmasse bleibt sie mit bis zu 200 Kilogramm Nutzlast bis zu 20 Stunden in der Luft. Bewaffnet werden kann sie mit verschiedenen lasergelenkten Raketen und Gleitbomben.
Begonnen hatten die serbischen Bemühungen um UAV aber schon früher, nämlich 2008 mit einer israelischen Aeronautics Orbiter 1. Es folgten mehrere Aufklärungsdrohnen, bewaffnete Drohnen und Loitering Munition aus eigener Fertigung, etwa die Sila 750C UCAV oder Gavran 145. Auch an Montenegro soll Serbien Drohnen aus eigener Produktion geliefert haben.
Kroatien und Slowenien rüsten auf
Drohnen spielen auch in Kroatien eine Rolle: Verteidigungsminister Ivan Anušić und Baykar-Vorstandsvorsitzender Haluk Bayraktar unterzeichneten am 21. November 2024 einen Vertrag über sechs Bayraktar TB2 im Wert von 67 Millionen Euro.
Danas sam s izvršnim direktorom turske tvrtke @BaykarTech potpisao ugovor o nabavi besposadnog zrakoplovnog sustava Bayraktar TB2 za Oružane snage Republike Hrvatske. Ulaganjem @VladaRH i @MORH_OSRH vrijednim 67 milijuna eura, opremamo Hrvatsku vojsku jednim od najboljih sustava… pic.twitter.com/lmhDsDfJxu
Geliefert werden soll 2026. Der Umfang: elektro-optische Kameras, ein Kommando- und Kontrollzentrum, ein erster Ersatzteilsatz für 4.000 Flugstunden, eine anfängliche Bewaffnung sowie stationäre und mobile Einrichtungen für Funk und Datenübertragung, die das gesamte kroatische Territorium zweifach-redundant mit Funk abdecken.
In Pula ist seit 2019 das Zentrum für unbemannte Luftsysteme stationiert, eine Einheit des Aufklärungsregiments (OP) des Generalstabs. Es verfügt über mehrere unbemannte Luftsysteme samt ausgebildeten Bedienern und kooperiert mit der kroatischen Marine, der kroatischen Luftwaffe und der kroatischen Armee.
Kommandant Major Zvonimir Mravunac zufolge nutzt die Einheit UAV der Typen Orbiter und Skylark 1 sowie Trainings-UAV vom Typ Bojnik.
In Slowenien entwickelt das Konsortium One Drone seit 2020 ein UAV für Senkrechtstart und -landung (VTOL) namens Galeb. Vorgesehen ist das unbemannte Luftfahrzeug für den Betrieb auf dem Patrouillenboot „Triglav”.

Seit 2020 liegt das Schiff im Dock der Triester Werft; nach umfangreicher Modernisierung und Aufrüstung soll es 2026 wieder in Dienst gehen. Ob sich Galeb dann unter den schwierigen Bedingungen an Bord bewährt, bleibt abzuwarten.
Außerdem bekam die slowenische Armee 2023 zwei Belin-V-UAV-Systeme mit zusammen sechs Drohnen. Die batteriebetriebene Drohne ist für Einsätze zur Aufklärung und Überwachung (ISR) auf taktischer Ebene gedacht.
Fotocredits
© Baykar · © Facebook/Albin Kurti · © Serbia MoD · © One DroneWeiterlesen

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