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Unmanned Systems / Aerial Drones

Militärdrohnen aus Portugal: Heer erprobt Beyond-Vision-Systeme bei NATO-Mission in der Slowakei

Zwei Drohnensysteme von Beyond Vision gehen mit dem portugiesischen Kontingent in die Slowakei. Drei Monate lang sollen die im Inland entwickelten Militärdrohnen dort im NATO-Umfeld operativ validiert werden – an der Seite von Leopard 2A6 und Pandur II.

Zwei unterschiedliche unbemannte Luftfahrtsysteme von Beyond Vision schickt das portugiesische Heer in die Slowakei. Beim dort stationierten nationalen Kontingent sollen die Militärdrohnen operativ validiert werden – für die portugiesischen Landstreitkräfte der jüngste Schritt bei der Einführung von Systemen, die im eigenen Land entwickelt wurden.

Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Der CEME beobachtet eine BVQ825 während der Fähigkeitsdemonstration. In der Slowakei wird das System zusammen mit Leopard-2A6-Panzern und Pandur-II-8×8-Fahrzeugen getestet, um die Verbindung zwischen Bodenplattformen und luftgestützten Sensoren zu validieren. · © Exército Português

Einen Präzedenzfall gab es bereits 2014: Damals unterstützte eine Tekever AR4 Light Ray ein portugiesisches Bataillon bei einer NATO-Mission im Kosovo. Es war das erste Mal, dass eine in Portugal hergestellte Drohne in einem solchen Rahmen zum Einsatz kam.

Bei den Systemen handelt es sich um Prototypen aus portugiesischer Fertigung. Die militärischen Anforderungen dafür haben die Landstreitkräfte selbst definiert, entwickelt wurden sie mit portugiesischer Ingenieurskunst und Industrie. Hervorgegangen sind sie aus einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Heeres gemeinsam mit Beyond Vision. Betrieben werden sie von einer Sektion für unbemannte Mini-Luftfahrzeuge (Mini-UAV) mit zwei Teams und insgesamt vier Soldaten.

Wie der Generalstabschef des Heeres (CEME), General Eduardo Mendes Ferrão, mitteilte, werden die Fluggeräte in die Slowakei verlegt und dort in die 4. Nationale Entsandte Truppe (4FND) eingegliedert. Diese gehört zur multinationalen NATO-Battlegroup unter spanischer Führung. Nach Tests im Inland beginnt für die Ausrüstung nun eine Phase multinationaler operativer Validierung; für die Erprobung im NATO-Umfeld sind drei Monate angesetzt.

Die beiden eingesetzten Systeme gehören unterschiedlichen Typologien an. Sie sollen die portugiesischen Streitkräfte bei Aufklärung, Überwachung, Informationsgewinnung und Entscheidungsunterstützung stärken.

BVQ407 und BVQ825 ergänzen einander

Kleiner ist die BVQ407, ein kompakter Quadrocopter mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View). Entwickelt wurde er als direkte Antwort auf den Wunsch des portugiesischen Heeres nach einer taktischen Plattform. Samt eingesetztem Akku wiegt das System etwas über zwei Kilogramm, die Abmessungen betragen 580x580x200 Millimeter; ausgelegt ist es für Transport und raschen Einsatz im Feld. Ein Lithium-Ionen-Akku mit 8.000 mAh ermöglicht bis zu 30 Minuten Flugzeit, die Steuerreichweite liegt bei bis zu zwölf Kilometern. Mit ihren Echtzeitbildern verschafft die Drohne den Bedienern bei Aufklärung und kurzfristiger Überwachung unmittelbar einen Überblick über die Lage.

Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
General Eduardo Mendes Ferrão, Chef des Generalstabs der Armee (CEME), wird während der Demonstration der unbemannten Systeme von Beyond Vision, die für die Nationale Entsandte Truppe in der Slowakei bestimmt sind, informiert. · © Exército Português
Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Eine BVQ825 steht bereit, während sich die Einsatzteams daneben formieren. Die in die Slowakei entsandte Sektion besteht aus zwei Teams mit insgesamt vier Soldaten. · © Exército Português
Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Die BVQ825, von Beyond Vision als nächste Weiterentwicklung der BVQ418 vorgestellt: eine vierrotorige Plattform der Klasse 3 mit einem maximalen Startgewicht von 25 Kilogramm und einer Nutzlastkapazität von elf Kilogramm, die gleichzeitig bis zu zwei Nutzlasten tragen kann. Sie bietet 70 Minuten Flugzeit, eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine RTK-Positionsgenauigkeit von etwa fünf Zentimetern. · © Exército Português
Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Die BVQ407, ein kompakter FPV-Quadcopter, der auf Anfrage der portugiesischen Armee entwickelt wurde, ergänzt das Systempaar von Beyond Vision. Mit einem Gewicht von etwas mehr als zwei Kilogramm liefert er Echtzeitbilder aus der Ich-Perspektive für taktische Kurzstreckenaufklärung. · © Exército Português
Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Einer der Soldaten bereitet die BVQ825 für den Flug vor. · © Exército Português

Bei der zweiten Plattform, der BVQ825, handelt es sich um einen tragbaren Quadrocopter der Klasse 3 – die jüngste Weiterentwicklung des firmeneigenen BVQ418-Designs. Das deutlich größere System hat ein maximales Startgewicht von 25 Kilogramm und kann elf Kilogramm Nutzlast aufnehmen. Gleichzeitig lassen sich bis zu zwei Nutzlasten mitführen, die schnell getauscht werden können. Die BVQ825 fliegt bis zu 70 km/h schnell, hält Wind von bis zu 60 km/h stand und kommt auf eine Flugdauer von 70 Minuten.

Navigiert wird über ein integriertes RTK-Modul für das globale Satellitennavigationssystem (GNSS), das auf GPS, GLONASS, GALILEO, BeiDou und QZSS zurückgreift und eine Positionsgenauigkeit von etwa fünf Zentimetern erreicht. An Bord befindet sich außerdem ein Computer mit künstlicher Intelligenz. Für die Kommunikation stehen mehrere Verbindungen bereit, darunter 4G und 5G sowie je nach Konfiguration eine Punkt-zu-Punkt-Funkverbindung mit bis zu 100 Kilometern Reichweite. Durch diese Redundanz sollen Führung und Kontrolle auch in umkämpften oder GNSS-gestörten Umgebungen erhalten bleiben.

Militärdrohnen an der Seite von Leopard und Pandur

In der Slowakei kommen die Drohnen zu einer Truppe hinzu, die bereits über Kampfpanzer Leopard 2A6 und Radpanzer Pandur II 8×8 verfügt. So kann das Heer erproben, wie luftgestützte Sensoren und Bodenplattformen ineinandergreifen. Mendes Ferrão zufolge soll der Einsatz vor Ort ein breites Spektrum an Fragen untersuchen – von Taktiken, Verfahren und dem Einsatz der Systeme bis zu ihrer logistischen Unterstützung im Einsatzgebiet.

Portugiesische Armee verlegt Drohnen zu NATO-Mission in die Slowakei
Eine Möglichkeit, das System zugänglicher und leichter erlernbar zu machen, ist die Verwendung eines Gamepad-ähnlichen Controllers für die Flugsteuerung. · © Exército Português

Der CEME ordnete die Initiative in das Tempo technologischer Anpassung ein, das er zu den größten Herausforderungen für Streitkräfte zählte. Deshalb sei das Heer bereit, neue Fähigkeiten schneller einzuführen: Systeme sollen schon vor ihrer vollständigen technologischen Reife in den operativen Einsatz gehen und durch praktische Erprobung weiterentwickelt werden. Heer, Industrie und beteiligte akademische Einrichtungen profitierten nach seinen Worten gleichermaßen von diesem Ansatz.

Eingebettet ist der Einsatz in eine breiter angelegte Modernisierungsstrategie der Landstreitkräfte, die auf mehr Digitalisierung und die wachsende Integration autonomer und unbemannter Systeme setzt. Seit 2023 beteiligt sich Beyond Vision an der Army Technological Experimentation (ARTEX), der jährlichen operativen Übung des portugiesischen Heeres auf dem Truppenübungsplatz Santa Margarida. Die Kooperation reicht auch in kommende Aktivitäten hinein, etwa die „HEDI-OPEX 2026” der Europäischen Verteidigungsagentur und die für September angesetzte „Sentinel Strike OPEX”.

Derzeit sind rund 120 portugiesische Soldaten im Rahmen der multinationalen NATO-Battlegroup in der Slowakei stationiert. Mit der nächsten Rotation soll ihre Zahl auf 155 wachsen – Teil der verstärkten NATO-Präsenz an Europas Ostflanke nach der russischen Invasion in der Ukraine.

Fotocredits

© Exército Português
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