Drohnenhersteller Height Technologies: Am Kabel aus der Box zum permanenten Auge am Himmel
Box auf einem Lkw, Gefechtsfahrzeug oder autonomen Quad, darin eine Drohne am Kabel: Der niederländische Drohnenhersteller Height Technologies setzt mit der EZ-Produktfamilie auf autonome Überwachung aus der Luft – und bringt im April die MI-4.

Die Klappe öffnet sich, die Drohne steigt auf. Am Kabel erreicht sie bis zu 100 Meter Höhe und kann als permanentes Auge am Himmel nahezu unbegrenzt in der Luft bleiben. Klassische Aufklärungsdrohnen hat der niederländische Drohnenhersteller Height Technologies ebenfalls im Programm, mit der EZ-Produktfamilie hat er darüber hinaus ein völlig autonomes System zur Überwachung aus der Luft entwickelt.

Die Drohne sitzt in einer unauffälligen Box, deren Klappen bei Bedarf aufgehen. Montiert wird die Box auf einem Mutterschiff – das kann etwa ein Lkw sein, ein gehärtetes Gefechtsfahrzeug oder auch ein autonomes Quad, das entlang festgelegter Wegpunkte ein Gebiet abfährt. Für die Drohne ist das kein Problem: Sie folgt ihrer Box bei einer Geschwindigkeit von bis zu 55 Kilometern. Windstärken bis 25 Knoten bewältigt sie.
Leise Rotoren für Stealth-Einsätze
Gegründet wurde Height Technologies 2016. Zunächst baute das Unternehmen Drohnen für zivile Inspektionen, erkannte dann jedoch, welches Potenzial seine Produkte für Behörden haben. „Unser Fokus liegt auf Stealth-Missions, lange Flugdauer und leistungsstarke Kameras an Bord”, sagt Entwicklungschef Teun de Visser am Messestand auf der Enforce Tac 2025. Den Begriff „Stealth” erklärt die Bauweise: Speziell geformte Rotoren sorgen zusammen mit den Motoren für einen besonders leisen Flug. De Visser ergänzt: „Bis 80 Meter Entfernung sind unsere Drohnen kaum hörbar”.
Was der Drohnenhersteller abseits der EZ-Familie baut
Neben der EZ-Produktfamilie umfasst das Angebot die drei Modelle MI-1, MI-2 und MI-3. Leichtestes Modell ist die MI-1, die 120 Meter Flughöhe und 40 Minuten erreicht. Als Lastenpferd gilt die MI-3, die bis zu vier Kilogramm zuladen kann. So lassen sich beispielsweise Funkrelais oder Mesh-Netzwerke knapp anderthalb Stunden in der Luft halten.
Im April dieses Jahres folgt mit der MI-4 ein weiteres Modell. Gedacht ist sie als schwere Version der MI-3: Mit sechs Rotoren (Hectocopter) trägt sie fünf Kilogramm Zuladung und bleibt 120 Minuten in der Luft. Gefertigt werden die Drohnen in den Niederlanden.
Fotocredits
© Stefan TeschWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

