Loitering Munition FV-014: Rheinmetall führt System in Cochstedt einem potentiellen NATO-Kunden vor
Bis zu 100 Kilometer Reichweite, 70 Minuten Flugdauer und ständige Kontrolle durch den Bediener: Rheinmetall hat seine Loitering Munition FV-014 am DLR-Erprobungszentrum in Cochstedt gezeigt und wertet das als weiteren Meilenstein.

Seine neue Loitering Munition FV-014 hat Rheinmetall nach eigenen Angaben „erfolgreich einem potentiellen NATO-Kunden vorgeführt”. Schauplatz der Demonstration am 18. Februar war demnach das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im sachsen-anhaltischen Cochstedt.
Bei der Vorführung „simulierte das Loitering Munition System FV-014 verschiedene Einsatzszenarien und Angriffsflüge”, so das Unternehmen. Für den deutschen Rüstungskonzern stellt die gelungene Erprobung einen „weiteren Meilenstein bei seinen Aktivitäten im Bereich der Loitering Munition” dar.
Vorgesehen ist FV-014 für den dynamischen Einsatz auf dem Gefechtsfeld über Entfernungen von bis zu 100 Kilometer. Kombinieren soll das System eine hohe Wirksamkeit gegen gepanzerte wie ungepanzerte Ziele mit modernster Sensorik, Netzwerkfähigkeit und Einsatzoptionen, die auch dort greifen, wo das globale Satellitennavigationssystem (GNSS) gestört ist.
Das FV-014 ist als echtes LMS konzipiert und vereint Aufklärung und Wirkung in einem System. Es unterstützt taktische Verbände bei der Bekämpfung von Hochwert-Punktzielen, etwa Gefechtsfahrzeugen, Artilleriestellungen oder Führungsmittel, über große Distanzen jenseits der Sichtlinie.— Rheinmetall
Gestartet wird das System per Booster aus einem Startcontainer; alternativ lässt es sich auch aus einem Multi-Launcher einsetzen. Ist das FV-014 in der Luft, klappt es seine Flügel aus und geht in den aerodynamischen Flug über. Bei einer Flugdauer von 70 Minuten erreicht es eine Einsatzreichweite von bis zu 100 Kilometer – genug Zeit, um zu beobachten, Ziele auszuwählen und über den Angriff zu entscheiden.
Bedienung der Loitering Munition
Zunächst ist das FV-014 als tragbares System für die Truppenebene konzipiert. Geführt wird es über eine bedienerfreundliche Bodenstation, die eine permanente Human-in-the-loop-Kontrolle erlaubt. Ziele identifizieren und anfliegen, den Angriff präzise auslösen oder die Mission abbrechen, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern – all das liegt beim Bediener.
Design für geringe Signaturen
Beim Flugkörper setzt Rheinmetall auf ein klassisches Flügelkonzept mit elektrischem Antrieb. Facettierte Strukturen sollen Signaturen verringern und hohe Anfluggeschwindigkeiten in den Zielraum erlauben. Optimiert ist das System auf niedrige akustische und thermische Signaturen; einsetzbar ist es auch in elektromagnetisch anspruchsvollen Szenarien, in denen die Satellitennavigation gestört ist.
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