Militärdrohnen für die Arktis: Dänemark beschafft vier MQ-9B Sky Guardian bei General Atomics
Über die NATO-Agentur NSPA kommen vier Langstrecken-Militärdrohnen nach Dänemark. Eingesetzt werden sollen sie in Arktis, Nordatlantik und Ostsee – zuvor steht aber eine aufwendige Zertifizierung für den Luftraum an, ausgeliefert wird 2028 und 2029.

Vier Langstreckendrohnen vom Typ MQ-9B Sky Guardian des US-Herstellers General Atomics Aeronautical Systems beschafft Dänemark – moderne Militärdrohnen, die über die NATO-Beschaffungsorganisation NSPA bezogen werden. Auftraggeber ist die Material- und Beschaffungsagentur (FMI) des dänischen Verteidigungsministeriums, Grundlage das Arctic Capability Package Agreement aus dem Jahr 2021.
Oberst Klaus Qvist, der die Luftwaffenabteilung der FMI leitet, erklärt: „Dies ist ein Wendepunkt für die dänische Verteidigung. Die Drohnen eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten zur Überwachung, Reaktion und zum Informationsaustausch mit unseren NATO-Partnern”.

Militärdrohnen als neue Fähigkeit für Dänemarks Streitkräfte
Weiter führt Qvist aus: „Sie stellen für die Streitkräfte eine vollkommen neue Fähigkeit dar – und die Einführung dieser Technologie ist eine komplexe Aufgabe. Durch die Zusammenarbeit mit anderen NATO-Staaten, unter anderem über die NSPA, erhalten wir Zugang zu Erfahrungen, Standards und Lösungen, die uns deutlich besser für eine erfolgreiche Implementierung rüsten und davor bewahren, bei Null anzufangen.”




In der Arktis, im Nordatlantik und in der Ostsee sollen die Drohnen eine zentrale Rolle für Dänemarks Einsatzbereitschaft übernehmen. Mit ihrer langen Flugdauer und ihren präzisen Überwachungsfähigkeiten tragen sie zum Echtzeit-Lagebild bei, in Friedenszeiten ebenso wie im Krisenmanagement. Auf militärische Aufgaben bleibt ihr Einsatz allerdings nicht beschränkt: Herangezogen werden können die Systeme auch für Umweltüberwachung, für Such- und Rettungseinsätze und zur Unterstützung der dänischen Nachrichtendienste.
Bevor sie in Betrieb gehen, ist ein umfassender Zertifizierungsprozess für den nationalen und internationalen Luftraum nötig, denn Langstreckendrohnen müssen im selben Luftraum operieren wie bemannte Flugzeuge. Geplant ist die Auslieferung der Systeme für 2028 und 2029.
Die MQ-9B Sky Guardian im Überblick
Bei der MQ-9B Sky Guardian von General Atomics handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrtsystem der Klasse mittlere Flughöhe, lange Flugdauer (MALE, Medium Altitude Long Endurance). Ihren Erstflug absolvierte der Prototyp am 20. März 2020. Bei einer Länge von 11,7 Metern misst die Spannweite 24 Meter. Als Antrieb dient ein Turboprop-Triebwerk mit rund 67 kW (900 PS) Wellenleistung. Das maximale Startgewicht beträgt 5.670 Kilogramm, die Treibstoffkapazität 2.721 Kilogramm.
Mit rund 270 km/h kann die Drohne in Höhen über 12.200 Metern bis zu 40 Stunden fliegen; kommuniziert wird unter anderem per Satellit. Neun Außenlaststationen nehmen gelenkte Luft-Boden-Waffen und Ausrüstung mit einem Gesamtgewicht von bis zu 2.155 Kilogramm auf. Zur Sensorik gehören elektrooptische, infrarotgestützte und radargestützte Systeme.

Ein Modell für das Bundesheer?
Dem aktuellen Landesverteidigungsbericht zufolge will auch das Österreichische Bundesheer eine Staffel unbemannter Luftfahrzeuge (UAV) der MALE-Klasse mit großer Reichweite beschaffen, mit der die Luftstreitkräfte großräumig aufklären sollen. Eine erste Einsatzbereitschaft ist demnach bis spätestens 2032 vorgesehen.
Fotocredits
© General Atomics · © Georg MaderWeiterlesen

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