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Unmanned Systems / Aerial Drones

Militärdrohnen als Frühwarner: Saab und General Atomics entwickeln unbemanntes AWACS auf MQ-9B-Basis

Saab ergänzt seine bemannten Frühwarnsysteme wie Global Eye um eine unbemannte Variante: Gemeinsam mit General Atomics entsteht eine UAEW-Lösung auf Basis der MQ-9B – eine Anwendung von Militärdrohnen für die dauerhafte Lageerkennung.

MQ-9B drone from General Atomics
© Saab

Eine unbemannte Luftüberwachungslösung (UAEW) auf Basis von Militärdrohnen wollen Saab und General Atomics Aeronautical Systems gemeinsam entwickeln. Bekanntgegeben hat die strategische Zusammenarbeit Saab; als Grundlage dient das unbemannte Flugsystem MQ-9B von General Atomics.

Einer offiziellen Aussendung zufolge soll das UAEW bestimmte Gebiete kontinuierlich überwachen und so eine „dauerhafte Lageerkennung ermöglichen”.

Carl-Johan Bergholm, Leiter des Geschäftsbereichs Surveillance bei Saab
„Diese unbemannte AEW-Lösung für mittlere Flughöhen, die die Kernkompetenzen beider Unternehmen nutzt, hat ein hervorragendes Potenzial, unser bestehendes AEW&C-Portfolio zu ergänzen und unseren Kunden eine weitere hochmoderne Fähigkeit zu bieten”, sagt Carl-Johan Bergholm, Leiter des Geschäftsbereichs Surveillance bei Saab. · © Saab

Militärdrohnen ergänzen bemannte Frühwarnsysteme

Mit der unbemannten Lösung für luftgestützte Frühwarnung (AEW) auf mittlere Reichweiten erweitert Saab sein bestehendes Portfolio an bemannten AEW&C-Systemen, zu denen Global Eye zählt. Kunden sollen so mehr Optionen erhalten, um ihre Missionsanforderungen zu erfüllen – beispielsweise AEW-Fähigkeiten von Kriegsschiffen. Laut Aussendung kann die Lösung „eigenständig oder im Verbund mit bemannten und unbemannten Plattformen eingesetzt werden”, wobei „die jeweiligen Stärken optimal genutzt werden” können.

Bei der MQ-9B Reaper („Sensenmann”) von General Atomics handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) der Klasse mittlere Flughöhe, lange Flugdauer (MALE, Medium Altitude Long Endurance). Am 20. März 2020 absolvierte der Prototyp seinen Erstflug. Bei 11,7 Metern Länge misst die Flügelspannweite 24 Meter; angetrieben wird die Drohne von einem Turboprop-Triebwerk mit rund 671 kW (900 PS) Wellenleistung. Beim Start darf sie maximal 5.670 Kilogramm wiegen, an Treibstoff fasst sie 2.721 Kilogramm. Oberhalb von 12.200 Metern fliegt sie mit rund 270 km/h bis zu 40 Stunden, kommuniziert wird unter anderem über Satelliten. Neun Außenlaststationen nehmen gelenkte Luft-Boden-Waffen und Ausrüstung bis zu 2.155 Kilogramm auf; zur Sensorik gehören Elektrooptik, Infrarot und Radar.

MQ-9 Reaper
MQ-9 Reaper sind in Europa in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien im Einsatz. · © General Atomics

Auch das Bundesheer will laut Landesverteidigungsbericht eine Staffel von Drohnen mit großer Reichweite und langer Flugzeit beschaffen, mit der die Luftstreitkräfte große Räume aufklären sollen (UAV MALE). Eine erste Einsatzbereitschaft ist bis 2032 angestrebt.

Fotocredits

© Saab · © General Atomics
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