MQ-9B mit Loyal Eye: Saab und General Atomics fliegen erstmals unbemannte Frühwarnlösung
Erstflug in Südkalifornien: Auf einer MQ-9B ist Saabs Radarsensor Loyal Eye abgehoben. Nun folgt eine mehrmonatige Erprobung, die später im Jahr in eine umfassende Fähigkeitsdemonstration münden soll.

Den erfolgreichen Erstflug der weltweit ersten unbemannten Lösung für die luftgestützte Frühwarnung (Airborne Early Warning, AEW) haben Saab und General Atomics Aeronautical Systems bekanntgegeben. Der Meilenstein beruht darauf, dass Saab seinen Radarsensor Loyal Eye in die unbemannte MQ-9B-Drohne von General Atomics integriert hat.
Schon 2025 hatten die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft angekündigt. Sie soll luftgestützte Frühwarn- und Überwachungssysteme deutlich leistungsfähiger machen und militärische Entscheidungen schneller ermöglichen.
Erstmals auf einer unbemannten Plattform flog der Loyal-Eye-Sensor auf dem Testgelände „Desert Horizon” von General Atomics in Südkalifornien. Damit beginnt eine Erprobungsphase über mehrere Monate; ihr Höhepunkt soll später im Jahr eine umfassende Fähigkeitsdemonstration sein.
Was Saab und General Atomics in die MQ-9B-Lösung einbringen
Mit dem bemannten Frühwarnsystem Global Eye gehört Saab weltweit zu den führenden Anbietern luftgestützter Luftraumüberwachung. Von General Atomics stammt umfangreiche Erfahrung mit unbemannten Flugsystemen und ihrem operativen Einsatz. Zusammen arbeiten die Unternehmen nun an einer unbemannten AEW-Lösung für moderne Missionen der Luftüberwachung und Frühwarnung.
Carl-Johan Bergholm, der bei Saab den Geschäftsbereich Surveillance leitet, erklärt: „Loyal Eye auf der MQ-9B bietet eine entscheidende luftgestützte Sensorfähigkeit mit hoher Einsatzdauer und großer Reichweite”. Bemannte Plattformen solle das System ergänzen, zudem die Lageerfassung verbessern und die operative Flexibilität deutlich steigern.
Großes Potenzial sieht in der neuen Lösung auch General Atomics. „AEW auf Basis der MQ-9B wird eine entscheidende Fähigkeit zur Abwehr taktischer Luftbedrohungen, gelenkter Raketen, Drohnen sowie von Kampf- und Bomberflugzeugen bieten”, sagt Präsident David R. Alexander. Er wies außerdem darauf hin, dass MALE-Drohnen (mittlere Flughöhe, lange Flugdauer; Medium Altitude Long Endurance) hoch verfügbar seien und keine Besatzungen in Gefahr gebracht würden.
Künftig soll das gemeinsame System viele Aufgaben übernehmen: Frühwarnung, Zielaufklärung, Überwachung auf große Distanz und das gleichzeitige Verfolgen mehrerer Ziele. Daten werden sowohl Beyond Line of Sight als auch per Satellitenkommunikation (SATCOM) übertragen.
Fotocredits
© SaabWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

