MALE-Drohnen werden Multimissions-Plattformen: Neue Fähigkeiten für die MQ-9B von General Atomics
Vom reinen Aufklärer zur Multimissions-Plattform: Auf der „DroneVation & Defence 2026” zeigte General Atomics Europe, wie sich MALE-Drohnen wandeln. Auf der MQ-9B laufen Tests mit Saab-Radar und 70-Millimeter-Raketen.

Aus reinen Aufklärern werden vielseitige Multimissions-Plattformen: Diesen Wandel durchlaufen unbemannte Systeme für mittlere Flughöhe, lange Flugdauer (MALE). Auf der MQ-9B von General Atomics erproben Entwickler, welche neuen Fähigkeiten MALE-Drohnen erhalten können – von der integrierten Frühwarnung bis zur gezielten Drohnenabwehr.
Rasant entwickelt sich der Markt für unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) dieser Klasse weiter. Stefan Klein, Head of Strategic Business Development bei General Atomics Europe, erläuterte in einem Vortrag auf der „DroneVation & Defence 2026”, dass die jährlichen Flugstunden der Herstellersysteme exponentiell wachsen. In mehr als 30 Jahren Firmengeschichte und mit über 30 entwickelten UAV-Varianten hat das Unternehmen inzwischen mehr als neun Millionen Flugstunden gesammelt. In Europa sind es derzeit bereits neun Nationen, die Systeme der MQ-9-Familie beschaffen oder betreiben.
Hinter der Flexibilität und Multimissionsfähigkeit moderner MALE-Drohnen wie der MQ-9B stehen konkrete technische Voraussetzungen. Mehr als zwei Tonnen Nutzlast kann das Luftfahrzeug insgesamt tragen, 1,8 Tonnen davon an externen Stationen. Neun Anbringungsmöglichkeiten gibt es: je vier unter den beiden Flügeln und eine unter dem Rumpf. Für leistungsfähige Sensorik liefern integrierte Generatoren 45.000 Voltampere. Missionssystem und flugkritisches System sind konsequent voneinander getrennt, damit sich neue Funktionen und Sensoren einfacher integrieren lassen: Wird die Aufklärungstechnik verändert, müssen die flugkritischen Komponenten nicht erneut zertifiziert werden. Modulare Nutzlastbehälter (Pods) erlauben es zudem, unterschiedliche Sensoren und Antennen rasch zu montieren.
Von der U-Boot-Jagd bis zur Umweltüberwachung
Militärisch reicht das Einsatzspektrum von U-Boot-Jagd und Seefernaufklärung über signalerfassende Aufklärung und Frühwarnung bis zum Kommunikations-Relay. Hinzu kommen zivile und kommerzielle Anwendungen: Katastrophenhilfe, Umweltüberwachung, die Kontrolle kritischer Infrastrukturen sowie die Überwachung von Fischerei, Embargos und exklusiven Wirtschaftszonen.
Gemeinsam mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab erprobt General Atomics derzeit auf der MQ-9B eine unbemannte Fähigkeit zur luftgestützten Frühwarnung (AEW). Ergänzt werden soll die fliegende Frühwarnung durch ein integriertes Radar von Saab. Mit ihrer hohen Stehzeit und Flugdauer können MALE-Drohnen dabei ein weiträumiges Luftlagebild erzeugen und bestehende AWACS-Kapazitäten, die personell wie finanziell aufwendig sind, in der Fläche unterstützen.

MALE-Drohnen in der Drohnenabwehr
Als weiteres neues Anwendungsfeld kommt die Drohnenabwehr (Counter-UAS) hinzu. Getestet wird auf der MQ-9B derzeit die Integration präzisionsgelenkter 70-Millimeter-Raketen. Abgedeckt ist dabei die gesamte Wirkkette – Detektion, Klassifizierung, Identifizierung, Tracking und Targeting. Dank langer Stehzeit und eigener Bordsensorik lassen sich große Räume kosteneffizient überwachen. Über Datenlinks wie Link 16 kann das unbemannte System in vielschichtige, vernetzte Luftverteidigungsarchitekturen eingebunden werden.
Für hochintensive Szenarien in umkämpften Lufträumen nennt der Hersteller spezialisierte Konzepte, etwa das Unmanned Combat Aerial Vehicle YFQ-42A. Getestet wurde es im Rahmen des Programms Collaborative Combat Aircraft (CCA) für die US Air Force, ausgewählt haben es die US Marines.
Fotocredits
© Unmanned Magazine/Sebastian Freiler · © General AtomicsWeiterlesen

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