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Counter-UAS

Drohnenabwehr mit APKWS II: BAE Systems erhält Auftrag der US Air Force für neue Raketenvariante

Laser plus Infrarot im Suchkopf: Für die Drohnenabwehr soll BAE Systems eine neue Variante der APKWS-II-Rakete liefern. Der Rahmen liegt bei rund 122 Millionen Euro, der Lieferauftrag bei rund 56 Millionen. Auch das europäische Gegenstück im Bundesheer wird weiterentwickelt.

Fighter jet fires missile
© BAE Systems

Einen Vertrag mit unbestimmter Liefermenge und unbestimmter Laufzeit hat BAE Systems aus Nashua, New Hampshire (USA), von der US Air Force erhalten. Gegenstand sind Entwicklung, Herstellung und Lieferung von Waffensystemen zur Drohnenabwehr. Für den Entwicklungsauftrag gilt eine Obergrenze von rund 122 Millionen Euro.

70-Millimeter-Rakete
Die Drohnenabwehr rückt die lange Zeit als nahezu obsolet geltende 70-Millimeter-Rakete wieder ins Zentrum des Interesses. · © Thales

Auf rund 56 Millionen Euro beläuft sich der Gesamtwert des Lieferauftrags. Die Laufzeit reicht vom 12. Februar 2026 bis zum 12. Februar 2031, abgeschlossen sein dürfte der Auftrag aber voraussichtlich bereits bis zum 31. Juli 2027.

Zweiter Suchkopf für die Drohnenabwehr

Kern des Auftrags ist eine neue Variante der APKWS-II-Rakete, die zusätzlich zum Dual-Mode-Laser- einen Infrarot-Zielsuchkopf bekommen soll. Im ersten Teil des Fluges ist bei der neuen Variante die klassische Führung über Laserzielbeleuchtung vorgesehen. In der Endphase soll die Rakete das Ziel dann mit dem Infrarot-Zielsuchkopf erfassen und sich selbstständig hineinsteuern. Damit sollen die Risiken für die Besatzung sinken und Angriffe auf mehrere Luftziele in schnellerer Folge möglich werden.

Es wird erwartet, dass sich der Aufbau der Rakete vollständig verändert und sie künftig der Thales FZ275 LGR ähneln könnte. Das Lenksystem wird dann nicht mehr zwischen Motor und Gefechtskopf eingesetzt; stattdessen entsteht eine neue Raketenspitze, die Lasersucher, den komplexeren Infrarot-Zielsuchkopf und den Gefechtskopf aufnimmt. Sie muss anschließend nur noch auf den Standard-Raketenmotor mit 2.75 Inch/70 Millimeter geschraubt werden.

Europäisches Gegenstück im Bundesheer

Den europäischen Zwilling dieser Rakete hat das Österreichische Bundesheer für den Hubschrauber Leonardo AW169 Lion und den fortschrittlichen Jettrainer M-346FA beschafft. Auch bei diesen erfolgt die Führung der Thales FZ275 LGR ins Ziel per Laser.

Vorliegenden Informationen zufolge soll auch die Thales FZ275 LGR künftig einen dualen Laser-/Infrarot-Zielsuchkopf bekommen. Zudem soll ein Motor mit deutlich gesteigerter Reichweite in Entwicklung sein.

Startbehälter für 70-Millimeter-Raketen
Startbehälter für bis zu sieben 70-Millimeter-Raketen, die per Laserlenkung Ziele auf mehrere Kilometer Distanz präzise bekämpfen können. · © Archiv

In der Ukraine, in Israel und im Roten Meer haben sich die vergleichsweise kostengünstigen, lasergelenkten Raketen auf Basis der Hydra-70-Millimeter-Familie als geeignet erwiesen, unbemannte Lenkflugkörper im Unterschallbereich zu bekämpfen. Zu einem Bruchteil der Kosten von Hochleistungs-Luft/Luft-Raketen können Flugzeuge und Hubschrauber eine große Zahl davon mitführen. Außerdem sind die Raketen multifunktional: Gegen leicht gepanzerte Ziele am Boden lassen sie sich auf mehrere Kilometer Entfernung ebenfalls einsetzen.

Fotocredits

© BAE Systems · © Thales · © Archiv
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