Drohnen-Startup Hydra Drones: MBDA steigt mit Minderheitsbeteiligung ein
Ein sechsstelliger Betrag fließt vom europäischen Rüstungskonzern MBDA an das britische Drohnen-Startup Hydra Drones. Dessen schwere Transportdrohne Hydra 400 trägt bis zu 400 Kilogramm, ein vollständiger Prototyp soll noch heuer folgen.

Mit einer Minderheitsbeteiligung und einem sechsstelligen Investitionsbetrag ist der europäische Rüstungskonzern MBDA beim britischen Drohnen-Startup Hydra Drones eingestiegen. Das Unternehmen hat mit der Hydra 400 eine schwere Transportdrohne entwickelt, die nach den Worten des Firmengründers „die Feuerkraft eines Apache-Kampfhubschraubers in den Kofferraum eines Geländewagens” bringen soll.
Rotoren und bis zu sechs Zusatztriebwerke treiben die modulare Drohne an, deren Nutzlast bis zu 400 Kilogramm beträgt. Transportiert werden können Brimstone-Raketen, schwere Maschinenwaffen oder Versorgungsgüter; künftig wäre sogar die Evakuierung Verwundeter denkbar. Voll beladen fliegt sie rund 25 Minuten. Reichweite und Bewaffnung reichen für präzise Angriffe auf Ziele in bis zu 30 Kilometer Entfernung.
Wie der britische Telegraph aktuell berichtet, kooperiert die britische Armee bereits seit 2021 mit Hydra. Gezeigt wurde das System auch auf der Verteidigungsmesse DSEI 2023 in London, eine einfachere Version wurde schon getestet. Noch dieses Jahr, voraussichtlich im September, soll ein vollständiger Prototyp fertig sein und dann weitere Versuche durchlaufen.
Als Ergänzung zu bemannten Plattformen sieht Hydra-CEO Tom O’Connor, früher selbst Fluggerättechniker bei der Armee, die Drohne: „Fünf Hydra-Drohnen erreichen gemeinsam die Feuerkraft eines Apache. Dabei lassen sich Menschenleben schonen und Ressourcen effizienter einsetzen.” Kostengünstig, skalierbar und teil-wegwerfbar sei die Plattform, betonte O’Connor.
Was das Drohnen-Startup für Investoren attraktiv macht
Von privaten Investoren hat Hydra zusätzlich zu MBDA – einem Gemeinschaftsunternehmen von BAE Systems, Airbus und Leonardo – bereits gut eine Million Euro eingesammelt. Hintergrund des MBDA-Einstiegs sind wachsende Investitionen in Heavy-Lift-Drohnen, die als kostengünstige Alternative zu Helikoptern gelten. Viele Einsätze von Hubschraubern liegen heute im Nutzlastbereich unter 500 Kilogramm, was einen idealen Markt für neue unbemannte Systeme ergibt.
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