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Technology / Aerial Drones

GPS-unabhängige Navigation: Asio Technologies orientiert Drohnen mit Nocta an Straßen und Flüssen

Werden Satellitensignale gestört oder verfälscht, soll Nocta übernehmen: Das optische System von Asio Technologies bietet GPS-unabhängige Navigation für Drohnen der Gruppen 1 und 2. Grenzen zeigt es über offenem Wasser und bei schlechter Sicht.

NOCTA
© Asiotech

Nocta, das optische Navigationssystem des israelischen Unternehmens Asio Technologies, ermöglicht Drohnen der Gruppen 1 und 2 eine GPS-unabhängige Navigation: Sie bestimmen ihre Position präzise und autonom, ohne Satellitensignale. Damit setzt das Unternehmen neue Maßstäbe in einer Ära, in der GPS-Störungen (Jamming) und Spoofing (Signalverfälschung) die Sicherheit von Drohnenmissionen zunehmend gefährden.

Grundlage ist die proprietäre Geofusion-Technologie. Sie verknüpft Inertialpositionierung, Vision-Odometrie und den Abgleich von Bildern mit Karten, verhindert so Drift und liefert verlässliche Echtzeitdaten – auch wenn das globale Satellitennavigationssystem (GNSS) vollständig blockiert ist. Als Referenz dienen stabile Orientierungspunkte wie Straßen oder Flüsse, denen Veränderungen in der Umgebung wenig anhaben; die Navigationslösung bleibt dadurch robust.

Die maßgeschneiderte Hardware arbeitet mit Smartphone-CPUs, die auf Bildverarbeitung optimiert wurden. Weil das System nur 5 Watt aufnimmt und unter 250 Gramm wiegt, eignet es sich ideal für kleine Drohnen. Nach Angaben des Unternehmens funktioniert es passiv und jam-proof, da es keine aktiven Signale aussendet, die sich stören ließen.

Besonders vielseitig sei es demnach, weil es 24/7 bei Tag und Nacht sowie in unterschiedlichem Gelände – Wüste, Schnee, urban – einsatzfähig ist. Als „Black Box” gibt es standardmäßige, GPS-ähnliche Daten aus, etwa über Mavlink, und belastet die Host-Plattform dabei nicht. Umfangreiche Kartendaten – etwa ganze Länder von der Größe Deutschlands – legt es auf einer SD-Karte ab.

GPS-unabhängige Navigation im Kampfeinsatz erprobt

Nocta hat den Technologie-Reifegrad (TRL) 9 erreicht und mehr als 10.000 Einsatzstunden in realen Kampfmissionen hinter sich, etwa bei der israelischen Operation Roaring Lion. Plattformunabhängig lässt es sich mit Sensoren an Bord wie LiDAR kombinieren. Weil es Echtzeit-Kamerabilder mit gespeicherten Karten abgleicht, werden Abweichungen eliminiert – lange Missionen sind so genauso präzise wie kurze.

Grenzen hat das Verfahren über einheitlichen Oberflächen wie offenem Wasser und bei schlechter Sicht durch Nebel oder Regen. Solche Bedingungen decken sich oft mit den Anforderungen von Einsätzen zur Aufklärung und Überwachung (ISR).

Im taktischen Bereich verbessert NOCTA Führung, Kontrolle und Lageerfassung. Eingesetzt werden kann es auf Drohnen der Gruppen 1 und 2, Starrflügelflugzeugen, Luftfahrzeugen mit Senkrechtstart und -landung (VTOL) sowie Hubschraubern. Da es sich einfach als sekundäre Navigationsquelle integrieren lässt, stärkt es die Autonomie bestehender Systeme mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAV).

Besonders in Konfliktregionen mit elektronischer Kriegsführung festigt NOCTA seine Position als führender Anbieter GPS-unabhängiger Navigation. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet, beschäftigt weniger als 60 Mitarbeitende und hat sich weltweit als ausgereifter Anbieter etabliert.

NOCTA
Das Nocta im Größenvergleich zu einem Kugelschreiber. · © Rosenkranz

Fotocredits

© Asiotech · © Rosenkranz
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