Militärdrohne Integrator: Insitu bringt P-LEO-Satellitensteuerung für bis zu 2.000 Seemeilen
Über Satelliten in proliferierter niedriger Erdumlaufbahn gesteuert, soll die Militärdrohne Integrator der Boeing-Tochter Insitu bis zu 27,5 Stunden lang im Einsatz bleiben können – ohne dafür eine der sechs Payload Bays zu belegen.

Für sein unbemanntes Luftfahrzeugsystem (UAS) Integrator führt Insitu, ein Unternehmen von Boeing, eine Steuerung ein, die über Satellitenkommunikation in proliferierter niedriger Erdumlaufbahn (P-LEO) läuft. Die Militärdrohne gewinnt damit an Reichweite und Ausdauer.
Strecken von bis zu 2.000 Seemeilen (NM) zwischen zwei Punkten kann Integrator mit dieser Fähigkeit zurücklegen, Missionen dauern so bis zu 27,5 Stunden. Nach Darstellung des Unternehmens ist das „die längste erreichte Reichweite/Ausdauer der Klasse kleiner UAS”.
Steuerung von jedem Ort der Welt
Ist der Integrator mit P-LEO-SATCOM ausgestattet, lässt er sich von jedem beliebigen Punkt der Erde aus führen. Die bisherige Steuerung per SATCOM in geosynchroner äquatorialer Umlaufbahn (GEO) bleibt bestehen, die neue Option kommt hinzu. Wer das System jenseits der Sichtlinie (BLOS) steuern will, hat damit noch mehr Möglichkeiten.
Justin Pearce, bei Insitu Vizepräsident für Technik, Programme und Flug, sagt dazu: „Wir freuen uns, diese bahnbrechende Fähigkeit auf die kampferprobte Integrator-UAS-Plattform zu bringen. Mit einer Reichweite von 2.000 Seemeilen kann Integrator problemlos von Guam nach Okinawa fliegen und von kleinen Marineschiffen aus in jedem Bereich des weiten INDOPACOM-Gebiets operieren. Dies ist die Art von Fähigkeit, auf die Kommandeure gewartet haben. Integrator bietet eine kostengünstige, stabile Langstrecken-ISR-Option, wenn der Einsatz großer Group-5-UAS zu riskant oder zu teuer ist.”
Militärdrohne mit VTOL-Kit und freien Payload Bays
Kombinieren lässt sich die neue P-LEO-SATCOM-Steuerung mit dem Kit Flying Launch and Recovery System (FLARES) für Senkrechtstart und -landung (VTOL). Mit FLARES-VTOL startet und landet Integrator auf kleinen Schiffsdecks auch bei böigem Wind und schwerer See, ebenso an expeditionsartigen Standorten an Land. Anders als bei Tail-Sitter-Flugzeugen muss beim FLARES-VTOL-System kein Bediener das UAS beim Start festhalten oder bei der Landung auffangen.
Von den sechs derzeit verfügbaren Payload Bays belegt P-LEO keine einzige. Die mehr als 1.000 Multi-Intelligenz-Konfigurationen des Integrators bleiben dadurch erhalten. Als Nutzlasten stehen aktuell Kommunikationsrelais, elektronische Kampfführung (EloKa), multispektrale Optik, KI-unterstützte Weitbereichssuche und kinetische Fähigkeiten zur Wahl. Verteilt auf sechs Payload Bays nimmt Integrator 40 Pfund an Nutzlasten auf, die sich vor Ort tauschen lassen – für Insitu ist es damit „das flexibelste und leistungsfähigste UAS seiner Klasse”.
Im Gefecht hat sich der Integrator bereits bewährt: Er bringt Tausende Einsatzstunden unter den herausforderndsten Bedingungen mit, darunter in Lufträumen mit GPS-Störungen und in extremen Klimazonen.
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