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Unmanned Systems / Ground Robotics

Bodendrohnen: KNDS bringt die Nerva-Roboter auf den deutschen Markt

Von fünf bis rund 800 Kilogramm: KNDS Deutschland zeigt auf der Xponential Europe in Düsseldorf sein erweitertes Angebot an Bodendrohnen. Neu dabei sind Nerva-LG und Nerva-XX, führen lassen sich alle Systeme aus dem Boxer UxV Command & Control System.

KNDS appearance at the Xponential in Düsseldorf
© Militär Aktuell

Das Angebot an Bodendrohnen und anderen unbemannten Systemen von KNDS Deutschland wächst weiter: Die taktischen Roboter Nerva-LG und Nerva-XX kommen ins Portfolio und werden künftig auch in Deutschland vertrieben. In Frankreich und international sind die Produkte bereits seit Längerem erhältlich. Seine erweiterte Robotik-Palette präsentiert das Unternehmen derzeit auf der Xponential Europe in Düsseldorf.

Damit deckt KNDS in der Robotik ein Spektrum ab, das bei kleinen Aufklärungsrobotern (Nerva) beginnt, radbasierte Plattformen (Ultro und Centurio) umfasst und bis zu kettengetriebenen Systemen wie Themis (Tracked Hybrid Modular Infantry System) reicht. Zentral ist dabei, dass sich sämtliche Systeme aus dem Boxer UxV Command & Control System heraus betreiben und führen lassen. Ziel dieses Ansatzes ist eine durchgängige Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Plattformen unbemannter Landfahrzeuge (UGV).

Nerva-LG als kompakter „First Responder“

Aufklärung und Erstintervention sind die Szenarien, auf die KNDS mit dem Nerva-LG vor allem zielt. Rund fünf Kilogramm wiegt der Roboter, einsatzbereit ist er in weniger als einer Minute. Eingesetzt werden kann er sowohl von abgesessenen Kräften als auch von Fahrzeugen aus.

Ausgelegt ist das System für Multi-Mission-Einsätze, die von der allgemeinen Aufklärung bis zur Erkundung potenziell gefährlicher Bereiche reichen, etwa bei IED- oder CBRN-Bedrohungen. Der modulare Aufbau erlaubt es, den Nerva-LG im Feld binnen Sekunden umzurüsten – zum Beispiel durch das Tauschen von Rädern, Ketten, Batterien oder Nutzlasten.

Die Funkreichweite beträgt bis zu 500 Meter. Hinzu kommen hohe Robustheit und die Fähigkeit, unter extremen Klima- und Geländebedingungen zu arbeiten, ob in Wüsten oder in schneebedeckten Regionen. So soll das System flexibel für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien taugen. Georeferenzierte Videoaufzeichnung mit automatischer Voraufnahme gehört ebenfalls zu den Funktionen.

Ultro: schwere Plattform für Logistik und Gefecht

Ein weiterer Baustein ist Ultro, eine radbasierte Plattform von rund 800 Kilogramm. Konzipiert ist sie für taktische Unterstützungsaufgaben, die Logistik und Aufklärung ebenso umfassen wie direkte Gefechtseinsätze.

Verschiedene Missionskits lassen sich auf der vollelektrischen Plattform unterbringen. Gebaut ist sie für schwieriges Gelände wie Schlamm, Sand, felsiges Terrain oder dichte Vegetation.

Themis mit Kettenantrieb und Hybridkonzept

Seine hohe Marktpräsenz in Deutschland verdankt Themis der Partnerschaft zwischen KNDS und dem estnischen Unternehmen Milrem Robotics. Das Themis-UGV fährt auf Ketten, nutzt ein seriell-hybrides Antriebskonzept und hebt sich durch hohe Modularität ab.

Per Funk lässt sich das Fahrzeug teleoperieren. Es verfügt über ein sogenanntes Mifik Autonomie Kit und kann Soldaten im Follow-Me-Mode hinterherfahren.

Als Systemintegrator hat KNDS für die Plattform ein eigenes Nutzlastprogramm entwickelt, in dem unterschiedliche Missionsmodule am Fahrzeug integriert werden. Neuestes davon ist ein Casevac-Modul, das während der Messe in Düsseldorf dem Publikum vorgestellt wird. Es erlaubt die Evakuierung und Bergung von zwei Soldaten und bietet leichten Schutz gegen Handfeuerwaffen und Splitter. An weiteren Modulen arbeitet KNDS bereits.

Vernetzte Bodendrohnen statt Einzelsysteme

Mit den integrierten Nerva-Systemen bekräftigt KNDS den Anspruch, ein durchgängig vernetztes UGV-Ökosystem zu bieten. Den Ausschlag gibt dabei nicht so sehr das einzelne System als vielmehr das Zusammenwirken verschiedener Plattformen, die in einem digitalen Gefechtsraum gemeinsam Aufklärung, Wirkung und Unterstützung leisten.

Das zuvor genannte Boxer UxV CS Modul zeigt, wie das aussieht: Es bietet fünf gleichwertige Kontrollstationen, an die sich plattformunabhängig verschiedene unbemannte Systeme anbinden lassen.

Im Vordergrund stehen damit eindeutig skalierbare, interoperable Lösungen, die sich flexibel in vorhandene Strukturen einfügen. Weil unbemannte Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnen, dürfte dieser Ansatz noch wichtiger werden.

Fotocredits

© Militär Aktuell
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