Zum Inhalt springen
Unmanned Systems / Aerial Drones

Hornet-Drohnen auf dem „Highway to Hell“: Azov-Korps nimmt systematisch die russische Logistik ins Visier

Die Besatzungsverwaltung von Cherson sperrt einen Abschnitt der M-18 für zivile LKW. Grund sind Angriffe mit Hornet-Drohnen, mit denen das Azov-Korps den Frachtverkehr Richtung Krim um bis zu drei Viertel drücken will – auf der Krim wird Treibstoff bereits rationiert.

Drone attack on truck
© Archiv

Wegen anhaltender ukrainischer Angriffe mit Hornet-Drohnen – katapultgestarteten KI-Einweg-Angriffsdrohnen vom Typ Hornet – hat Wolodymyr Saldo, Leiter der Besatzungsverwaltung von Cherson, am 21. Mai den Verkehr ziviler LKW auf einem Abschnitt der M-18-Magistrale Melitopol–Dschankoj vollständig verboten. Fahren dürfen dort nur noch Militär, Treibstofftransporte und Grundnahrungsmittel.

NEW: SPECIAL REPORT | Ukraine is actively challenging the positional character of the war that has dominated the battlefield since 2023. Russian battlefield gains are approaching net zero while Ukrainian forces are setting conditions potentially to break out of positional warfare… pic.twitter.com/LkTnS4YFCT— Institute for the Study of War (@TheStudyofWar) May 25, 2026

Videoaufnahmen hatten es Analysten zuvor ermöglicht, Angriffe auf mindestens 35 russische Fahrzeuge zu geolokalisieren. Im Visier der ukrainischen Streitkräfte stehen demnach mehrere Logistikarterien: die H-20 von Donezk-Stadt nach Mariupol, die Route M-14 von Mariupol über Berdjansk nach Melitopol und im Anschluss die M-18 von Melitopol nach Dschankoj auf der Krim.

Selenskyj hat es versprochen:
Landkorridor zur Krim schneller als gedacht unter ukrainischer Kontrolle:
General Ben Hodges – ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber Europa – berichtet direkt.
Laut Hodges hat Ukraine nach einer Woche der Kampagne die Kontrolle über den Landkorridor… pic.twitter.com/fPwd93xM1S
— Anna (@AnnaDeMilanese) May 25, 2026

Als Basisplattform nutzt das 1. Korps der Nationalgarde „Azov” Hornet-Drohnen. Eigene Modifikationen vergrößern die Reichweite, dazu kommen alternative Kommunikationsmittel.

Die Ukraine will nach eigenen Angaben den Frachtverkehr auf diesen Schlüsselrouten um 50 bis 75 Prozent verringern und so die Versorgung der russischen Front massiv stören.

Zwischen etwa 70 und 150 Kilometer hinter der Frontlinie liegt die angegriffene Logistikachse – ein Bereich, für den Korpsverbände zuständig sind. Brigaden decken dagegen Artillerie, Gefechtsstände und Ziele bis in etwa 70 Kilometer Tiefe ab, während sich Bataillone in erster Linie um die Bekämpfung von Truppen und Technik im Frontbereich kümmern.

Azov is back in Mariupol.
Pilots of the First Corps Azov patrol roads up to 160 km behind the front line, striking Russian logistics in Mariupol and surrounding areas pic.twitter.com/D4iPmhH31x
— Saint Javelin (@saintjavelin) May 8, 2026

Hornet-Drohnen vom Höhenballon

Erprobt wird zumindest auch, die Hornet-Drohne von Höhenballons aus einzusetzen; sie wiegt jüngsten Schätzungen zufolge etwa 10 bis 15 Kilogramm. Mit Helium gefüllt, treiben die Ballons die Drohne mit dem Wind ins Zielgebiet. Dort wird sie aus bis zu neun Kilometern Höhe abgeworfen und kann geschätzt bis zu 300 Kilometer weit kommen.

Verfügen Hornet-Drohnen in größeren Höhen über gute Kommunikationsverbindungen, kann der Operator sie auf erkannte Ziele aufschalten. Den Zielanflug setzen sie danach autonom fort, und zwar sowohl gegen stationäre als auch gegen bewegliche Ziele.

Azov patrols the border areas around Mariupol.
Ukrainian territory must be free of Russian forces. The surest path to achieving this is pushing the „sanitization zone“ for enemy logistics closer to Russia itself and occupied Crimea.
Pilots of the First Corps Azov of the… pic.twitter.com/qJLfZljIks
— First Corps Azov of the National Guard of Ukraine (@azov_media) May 25, 2026

Ergänzt wird die Hornet-Kampagne durch schwere Angriffsdrohnen vom Typ FP-2. Inzwischen werden FP-2-Systeme mit verkürzter Reichweite und einem bis zu 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf eingesetzt. Die Kampagne soll die russisch besetzten Gebiete in den Oblasten Saporischschja und Cherson sowie die Krim logistisch isolieren.

Bereits sichtbar sind die Folgen: Treibstoff wird auf der Krim mittlerweile rationiert. Benzin gibt es nur noch bis höchstens 20 Liter, Diesel zum Teil nur noch gegen Treibstoffmarken.

Mit seinem Vorgehen ist das Azov-Korps Vorreiter einer Strategie, die Russlands Frontlogistik auf lange Sicht massiv und womöglich dauerhaft belasten könnte.

Fotocredits

© Archiv
Werbung336 × 280
Perimeter Protection 2027 – Jetzt Ticket sichern! 19.–21. Januar 2027, Nürnberg (incontent)

Weiterlesen

Die Woche der unbemannten Systeme.