Kampfdrohne YFQ-44A: Anduril bringt sein CCA-Flugzeug in die Flugerprobung
Nur 556 Tage nach dem ersten Entwurf ist Andurils YFQ-44A in der Luft. Die halbautonome Kampfdrohne aus dem CCA-Programm soll nun Tempo, Tarnung, Reichweite und Waffenintegration zeigen – während die Massenfertigung noch an fehlenden Kapazitäten hängt.
Für das kollaborative Kampfflugzeug YFQ-44A haben bei Anduril vor Kurzem die Flugtests begonnen. Entwickelt wurde die Kampfdrohne im Rahmen des CCA-Programms; sie soll in umkämpften Umgebungen Luftüberlegenheit erringen und halten, wobei Autonomie und Stückzahl im Vordergrund stehen. Demonstriert werden sollen in der Erprobung nun unter anderem Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit, Autonomie, Tarnkappentechnologie und Reichweite sowie die Einbindung von Waffensystemen.
Auslegungsziel der YFQ-44A waren eine höhere Überlebensfähigkeit, mehr Durchschlagskraft und eine bessere Missionseffektivität. Nachgewiesen werden soll außerdem, dass mehrere unbemannte Systeme mit bemannten zusammenwirken können; die nötigen Konzepte und Taktiken entstehen dafür während der Tests.
In 556 Tagen vom Entwurf in die Luft
Höchste Priorität hat im CCA-Programm eine schnelle Ramp-up-Geschwindigkeit, also die Fähigkeit, in kurzer Zeit eine beträchtliche Zahl an Flugzeugen zu bauen. In einer teils martialisch formulierten Pressemitteilung schreibt Anduril dazu: „Eines ist klar: Unsere Gegner warten nicht auf uns. Nur wenn wir eine erschwingliche Massenproduktion erreichen und neue, intelligentere Flugzeuge auf die Rampe bringen, können wir Konflikte zwischen Großmächten erfolgreich verhindern”.

Beim halbautonomen Flugzeug ließ sich dieses hohe Tempo halten. Vom ersten Entwurf bis zum Erstflug vergingen nur 556 Tage, also etwas mehr als eineinhalb Jahre – deutlich weniger als bei anderen Kampfflugzeugprogrammen.
Eine halbautonome Kampfdrohne ohne Steuerknüppel
Ferngesteuert wird die YFQ-44A nicht – sie ist ein halbautonomes System. Hinter den Kulissen sitzt demnach kein Pilot mit Steuerknüppel und Gashebel. Stattdessen arbeitet das Flugzeug einen Missionsplan eigenständig ab, steuert seinen Flug, regelt die Schubkraft ohne menschliche Befehle und kehrt per Knopfdruck zur Landung zurück. Über allem wacht ein Operator, der zwar „im Loop” ist, aber eben nicht darin.
Eine eigens dafür geschaffene Software treibt die YFQ-44A an. In der Luft verarbeitet das voll integrierte Waffensystem die anfallenden Daten, identifiziert Ziele und steuert Effekte – das steigert Letalität und Effektivität des gesamten Teams. Am Boden überwacht und verwaltet die Software unter anderem Wartung und Zustand des Fahrzeugs; die Instandhaltung wird dadurch optimiert, damit es jederzeit flugbereit ist.
Engpass bei der Fertigung
Noch fehlen Anduril die Kapazitäten, um die angestrebten Stückzahlen zu fertigen. Das Unternehmen investiert deshalb in Arsenal-1, eine 460.000 Quadratmeter große Produktionshalle, deren Betrieb Anfang des nächsten Jahres starten soll. Erstes Projekt am neuen Standort wird die YFQ-44A sein. Um auf die gewünschte Produktionsmenge zu kommen, verfolgt Anduril jedoch auch weitere Ansätze.
Erprobt wird derzeit etwa ein neues Produktionssystem: Über ein gemeinsames Software-Backbone namens ArsenalOS vervielfacht es die Wirkung jener Entscheidungen zur fertigungsgerechten Konstruktion, die bei der Entwicklung der YFQ-44A gefallen sind. Indem man sich auf einfache, ausgereifte und risikoarme Produktionstechnologien konzentriert, soll YFQ-22A in Serie gehen. Mehr als verdoppelt hat sich die Fertigungsgeschwindigkeit des Flugzeugs auf diese Weise bereits.
Fotocredits
© US Air ForceWeiterlesen

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