Unbemannte Systeme auf der USS George H.W. Bush: US Navy installiert erstes Unmanned Air Warfare Center
Zuerst soll es die Tankerdrohne MQ-25 von Boeing steuern, später auch Collaborative Combat Aircraft: Das neue Kontrollzentrum für unbemannte Systeme auf dem Flugzeugträger wird Anfang des nächsten Jahres erstmals getestet.

Das erste „Unmanned Air Warfare Center“ (UAWC) für unbemannte Systeme ist auf der „USS George H.W. Bush“ (CVN 77) installiert worden, einem nuklear angetriebenen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse. Das teilt die US Navy mit.

Kern ist die Bodenkontrollstation MD-5E des Unmanned Carrier Aviation Mission Control System (UMCS), voll funktionsfähig und integriert. Unterstützen soll sie anfangs die Tankerdrohne MQ-25 von Boeing, mitbedacht sind jedoch schon künftige unbemannte Systeme wie Collaborative Combat Aircrafts.
Erste Tests mit dem UAWC sind für Anfang des nächsten Jahres geplant. Die an Bord eingebaute Hard- und Software kommuniziert dabei mit einem simulierten Luftfahrzeug in einem Labor in Patuxent River.
Unbemannte Systeme als Tanker: Was die MQ-25 leisten soll
An die MQ-25 stellt die US Navy offiziell nur zwei Anforderungen. Sie muss von Flugzeugträgern der Nimitz- und der Ford-Klasse aus operieren können, und sie muss in bis zu 500 nautischen Meilen (925 Kilometer) Entfernung vom Träger mindestens 6.350 Kilogramm Treibstoff an andere Luftfahrzeuge abgeben können – nach Möglichkeit sogar bis zu 7.257 Kilogramm.
Neben der Betankung von Kampfflugzeugen soll die unbemannte Tankstelle auch selbst Sprit von den großen KC-46 Tankern aufnehmen und an weitere MQ-25 abgeben oder weiterverteilen können.
Dahinter steht das Ziel, mit der Trägergruppe weiter entfernt von Bedrohungen zu operieren, deren Reichweite stetig wächst – etwa ballistische Anti-Schiffs-Raketen, landgestützte Bomber und Hyperschallflugzeuge. Derzeit entfallen 20 bis 30 Prozent der Super Hornet Flüge von Trägern auf die Luftbetankung anderer Maschinen der US Navy.

Aus zahlreichen Gründen hinkt das MQ-25-Programm der US Navy deutlich hinterher. Den Wettbewerb hatte Boeing 2018 gewonnen; IOC (operativer Anfangsflugbetrieb) wollte die US Navy 2024 erreichen.
Inzwischen peilt die Navy IOC für Ende 2026 an. Der Inspector General im Pentagon befürchtet, dass der Druck, mit dem die Navy das Programm vorantreibt, zu hohe Risken mit sich bringt und weitere Kostensteigerungen und Verzögerungen nach sich ziehen könnte.
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