Drohnenschwärme mit gemeinsamem „Gehirn“: Airbus lässt KI-Software MARS auf der ILA Berlin 2026 fliegen
Statt eines Piloten pro Drohne nur noch ein Missionsmanager: Airbus Defence and Space will Drohnenschwärme über die KI-gestützte MARS Autonomy Suite führen. Auf der ILA Berlin 2026 flogen zwei Primoco One 150 damit eigenständig.

Den Einsatz autonomer Drohnen bis hin zu ganzen Drohnenschwärmen entwickelt Airbus Defence and Space weiter. Mehrere Drohnen arbeiteten auf der ILA Berlin 2026 autonom und kooperativ zusammen – das Unternehmen zeigte damit eine solche Vorführung erstmals auf einer europäischen Luftfahrtmesse. Zwei Primoco One 150 erledigten dabei selbstständig unterschiedliche Aufklärungsmissionen. Gesteuert wurden sie von MARS (Multiplatform Autonomous Reconfigurable and Secure), einer KI-gestützten Softwarelösung.
Heute überwacht bei Drohneneinsätzen jeweils ein eigener Bediener eine Plattform. Airbus geht einen anderen Weg und lässt mehrere unbemannte Systeme auf eine gemeinsame, verteilte Intelligenz zugreifen. Aus dem klassischen Drohnenpiloten wird so ein Missionsmanager: Er legt nur noch Ziele und Einsatzregeln fest, Flugführung, Aufgabenverteilung und Koordination erledigt die Software selbst.
„Stellen Sie sich eine Gruppe von Drohnen wie eine professionelle Fußballmannschaft vor”— Thomas Schmitt, Programme & Product Manager Crewed-Uncrewed Teaming & Autonomy bei Airbus Defence and Space
„Wir haben nicht mehrere Drohnen mit mehreren Gehirnen, sondern ein gemeinsames Gehirn, das mehrere Drohnen steuert. Sie teilen dieselben Informationen. Erkennt eine Drohne etwas, wissen es die anderen sofort ebenfalls. Sobald sie die Regeln und den Auftrag kennen, können sie den Rest selbstständig erledigen.”— Thomas Schmitt
Was MARS in Drohnenschwärmen übernimmt
Zu den Aufgaben der MARS Autonomy Suite gehören unter anderem Missionsplanung, Aufgabenverteilung, automatische Zielerkennung, Datenfusion, Kollisionsvermeidung und Flugsteuerung. Kritische Entscheidungen trifft aber weiterhin der Mensch, wie Schmitt betont:
„Für alle kritischen Entscheidungen bleibt der Mensch im Entscheidungsprozess. Das System liefert die notwendigen Informationen und Vorschläge, die endgültige Freigabe erteilt jedoch immer der Bediener”— Thomas Schmitt
Ausgelegt ist die Software plattformunabhängig, sie lässt sich also in bemannte ebenso wie in unbemannte Luftfahrzeuge integrieren. Auf den Primoco One 150 sind die ersten operativen Einsätze schon für 2026 geplant.
Auf lange Sicht soll MARS zum Rückgrat der europäischen Uncrewed Collaborative Combat Aircraft (UCCA) werden. Vorgesehen ist unter anderem, die Software ab 2029 in die Airbus U740 Valkyrie zu integrieren, die gemeinsam mit dem Eurofighter fliegen soll. Ab 2032 soll dann die U760 Ravenstorm als vollständig europäische, souveräne Lösung nachfolgen.
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