Frühwarnradar auf der MQ-9B: Saab und General Atomics erproben LoyalEye im Flug
Über Südkalifornien hat das Frühwarnradar LoyalEye von Saab an Bord einer MQ-9B Luftziele erfasst, verfolgt und klassifiziert. Für Saab und GA-ASI markiert der Flugtest einen weiteren Schritt hin zu unbemannten Frühwarnsystemen.

Einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu unbemannten Frühwarnsystemen haben Saab und General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) erreicht: Bei einem Flugtest in Südkalifornien bewies das Frühwarnradar LoyalEye von Saab, integriert in eine MQ-9B, dass es Luftziele erkennen, verfolgen und klassifizieren kann.
Austragungsort war das Desert Horizon-Flugerprobungsgelände von GA-ASI. Geprüft wurde, wie das LoyalEye-Radar und die ferngesteuerte MQ-9B unter einsatznahen Bedingungen zusammenwirken. In Echtzeit verfolgten Vertreter potenzieller Kunden sowie weitere am Projekt Beteiligte, was das System leistet.
Begonnen hatte das Testprogramm, zu dem die Erprobung gehört, im Mai 2026 mit dem Erstflug der Kombination.
Frühwarnradar als Ergänzung bemannter Flugzeuge
Die beiden Unternehmen wollen mit LoyalEye die Fähigkeiten klassischer bemannter Flugzeuge für luftgestützte Frühwarnung und Führung (Airborne Early Warning and Control, AEW&C) auf unbemannte Plattformen übertragen oder diese Fähigkeiten ergänzen.
Carl-Johan Bergholm, der bei Saab den Geschäftsbereich Surveillance leitet, ordnet den Test so ein:
„Dieser Flugtest markiert einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung unbemannter Frühwarnfähigkeiten. LoyalEye wurde entwickelt, um bestehende AEW&C-Lösungen durch zusätzliche Flexibilität und längere Einsatzdauer zu ergänzen. Der heutige Flug bestätigt die Leistungsfähigkeit unter einsatznahen Bedingungen”— Carl-Johan Bergholm, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Surveillance
Großes Potenzial für die neue Fähigkeit sieht man ebenso bei General Atomics, wie GA-ASI-Präsident David R. Alexander deutlich machte:
„Das war einer der Flugtests, auf die wir mit der größten Spannung gewartet haben”— David R. Alexander, Präsident von GA-ASI
„Das weltweite Kundeninteresse an Frühwarnfähigkeiten auf der MQ-9B ist außerordentlich hoch. Das Konzept ergibt einfach Sinn.”— David R. Alexander, Präsident von GA-ASI
Einsetzbar sein soll die MQ-9B mit LoyalEye sowohl allein als auch gemeinsam mit bemannten AEW&C-Flugzeugen.
Als besonders interessant gilt das Konzept für eine Luftraumüberwachung, die großflächig und über lange Zeit erfolgen soll. Dank ihrer hohen Ausdauer kann die MQ-9B länger dauernde Überwachungsmissionen fliegen; zugleich senkt die unbemannte Plattform das Risiko für Flugzeugbesatzungen.
Eine zusätzliche Option neben den bestehenden bemannten Frühwarnsystemen sehen Saab und GA-ASI darin vor allem für Einsatzräume, die große geografische Distanzen aufweisen und eine kontinuierliche Überwachung in hohem Maß erfordern.
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