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Unmanned Systems / Ground Robotics

Bodendrohnen für das US-Kriegsministerium: American Rheinmetall und Harbinger entwickeln neue UGV

Integrationswissen von American Rheinmetall trifft auf die hybride Drive-by-Wire-Plattform von Harbinger: Gemeinsam wollen beide Unternehmen günstige, skalierbare Bodendrohnen für Gefecht und Logistik liefern. Erste Demonstrationen sind für den Sommer geplant.

Neue Generation UGV
© Rheinmetall AG

Eine neue Generation robotischer und unbemannter Landfahrzeuge (UGV) für das US-Kriegsministerium (Department of War, DoW) wollen American Rheinmetall und Harbinger gemeinsam entwickeln und bereitstellen. Dazu haben die beiden eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben. Entstehen sollen moderne, skalierbare und kosteneffiziente Bodendrohnen bzw. robotische Systeme, die zu den Modernisierungsvorgaben des DoW passen und sich rasch verfügbar machen lassen.

Laut einer aktuellen Aussendung bringt American Rheinmetall seine kampferprobte Kompetenz bei Fahrzeugintegration, Missionssystemen und modularen Fahrzeugarchitekturen ein, Harbinger seine kommerziell entwickelte, autonomiefähige Hybridplattform. Daraus sollen robotische Lösungen entstehen, die im Gefecht ebenso einsetzbar sind wie in Logistik- und Unterstützungsmissionen.

Vereinbart ist, dass beide Unternehmen laufende und künftige DoW-Programme verfolgen, in denen kommerziell abgeleitete, hybrid-elektrische und vollständig „drive-by-wire”-fähige Plattformen robotische Fähigkeiten schnell in die Truppe bringen sollen. Als erste Felder der Kooperation nennen sie autonome taktische Radfahrzeuge, Nachschublösungen für umkämpfte Einsatzräume und neue robotische Plattformen, die sich an den Prioritäten der US Army bei Autonomie und „Manned-Unmanned Teaming” orientieren.

Soldaten benötigen robotische Systeme, denen sie vertrauen können – und das zu Kosten, die eine Beschaffung in der notwendigen Stückzahl ermöglichen— Matthew Warnick, CEO von American Rheinmetall
Harbingers ,Drive-by-Wire’-Hybridplattform zählt zu den autonomiefähigsten kommerziellen Fahrgestellen, die jemals in den USA entwickelt wurden. In Kombination mit der umfassenden Erfahrung von American Rheinmetall bei der Integration von Missionssystemen für die Army entsteht damit eine schnell skalierbare, robuste und vollständig in den USA entwickelte Lösung.— Matthew Warnick

Nach Angaben der Unternehmen zielt die Partnerschaft unmittelbar auf die DoW-Prioritäten Kampfkraft, Kosteneffizienz und industrielle Einsatzbereitschaft.

Hybridantrieb für die Bodendrohnen

Eine skalierbare Batteriearchitektur und ein Hybridantrieb, der die Reichweite verlängert, bilden die Basis der Harbinger-Plattform. Ermöglichen sollen sie unter anderem „Silent Watch”, geringere thermische und akustische Signaturen sowie eine größere operative Ausdauer. Grundlage ist das vorhandene elektrische Fahrgestell des Unternehmens, ergänzt um einen benzinbetriebenen Range Extender. Dieser lädt die Batterien im Einsatz nach und erlaubt so auch unter schwierigen Bedingungen längere Missionen.

Harbinger entwickelt seit jeher Lösungen für die härtesten kommerziellen Einsatzprofile – doch die Anforderungen des modernen Gefechtsfeldes übertreffen alles— John Harris, Mitgründer und CEO von Harbinger
Die Zusammenarbeit mit American Rheinmetall, einem der leistungsfähigsten Integratoren militärischer Landsysteme für das DoW, ermöglicht es uns, eine autonomiefähige Plattform zu einem Preisniveau anzubieten, das echte skalierbare Masse erlaubt. Gemeinsam können wir den Soldaten robotische Systeme bereitstellen, die kostengünstig genug sind, um überall verfügbar zu sein – und gleichzeitig robust genug, um ihre Aufgabe zuverlässig zu erfüllen. Vor allem aber ermöglicht die fortschrittliche Autonomie- und Teleoperationsfähigkeit, Soldatinnen und Soldaten aus der unmittelbaren Gefahrenzone herauszuhalten.— John Harris

Darüber hinaus heben beide Partner ihre starke industrielle Basis in den USA hervor. In Michigan unterhält American Rheinmetall Standorte für Fertigung, Integration und Wartung; zur Unterstützung laufender Army-Programme baut das Unternehmen gerade zusätzliche Produktionskapazitäten in Michigan, Ohio und Maine aus. Harbinger wiederum entwickelt und fertigt Antriebe, Batteriesysteme und Fahrgestelle komplett im eigenen Werk am Firmensitz in Kalifornien.

Schon im Sommer wollen die Partner die neuen Systeme erstmals gemeinsam demonstrieren. Kurzfristig streben sie zudem Prototypenprogramme über Commercial Solutions Openings (CSOs) und Other Transaction Authorities (OTAs) sowie über klassische Beschaffungsprogramme an.

Fotocredits

© Rheinmetall AG
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