Heron MK II von IAI: MALE-UAS mit 45 Stunden Flugdauer, 490 Kilogramm Nutzlast und offener Architektur
Heron MK II ist die jüngste Generation der Heron-Familie von IAI: ein MALE-UAS mit 160-PS-Triebwerk, Flughöhen bis 35.000 Fuß, bis zu 45 Stunden Flugdauer und dem Unified Control System als Bodensegment. Ein Blick auf Zelle, Sensorik, Datenlinks und Steuerung.

Was bei unbemannten Luftfahrzeugsystemen (UAS) derzeit technisch Stand der Dinge ist, bildet die Heron MK II ab. Sie ist die jüngste und am weitesten entwickelte Generation der Heron-UAS-Familie von IAI – einer Baureihe, die seit mehr als zwanzig Jahren weltweit bei Luftwaffen, Heeren und Marinen fliegt.
Was sich bei den Vorgängern bewährt hat, führt die Heron MK II weiter und verbindet es mit fortschrittlichen Technologien für das Gefechtsfeld von heute und für neue Einsatzanforderungen. Neue Flugzeugzelle und neue Tragflächen zielen auf höchstmögliche Leistung; dazu kommen fortschrittliche Avionik sowie ein modernes Bodensteuerungssystem. Einsatzfähigkeit, Effizienz, Autonomie: In diesen drei Punkten setzt das System neue Maßstäbe.
In der Klasse „Medium Altitude Long Endurance” – mittlere Flughöhe, lange Flugdauer (MALE) – angesiedelt, deckt das UAS mit seiner umfassenden Nutzlastpalette unterschiedlichste Einsatzprofile ab. Weil mehrere Nutzlasten gleichzeitig betrieben werden, sind Informationsgewinnung in Echtzeit sowie Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung (ISTAR) über große Gebiete möglich. Spezielle Sensoren gestatten Aufklärung aus sicherem Abstand oder die durchgehende Überwachung weitläufiger Räume.
Seeüberwachungsradar (MPR), Radar mit synthetischer Apertur (SAR), elektronische Aufklärung (ESM) und Kommunikationsaufklärung (COMINT) zählen zu den weiteren Nutzlasten, die das System mitführen kann. Mehrere Sensornutzlasten parallel im Einsatz – so bündelt die Plattform verschiedene Fähigkeiten der Informationsgewinnung.

Ebenfalls an Bord: integrierte Satellitenkommunikation mit Breitband sowie Sichtverbindungs-Datenlinks, die vollständig digital arbeiten. Einsätze über weite Distanzen und über See, Land und Gebirge werden dadurch möglich; weil zwischen den Datenverbindungen gewechselt werden kann, lassen sich Missionen mit Blick auf Verdecktheit, Sicherheit und Ausfallsicherheit optimal auslegen.
Neben dem Live-Datenstrom zur Bodenstation verfügt das System über eigene Server an Bord. Große Mengen an Sensordaten – roh oder schon aufbereitet –, die im Verlauf einer Mission anfallen und an Bord abgelegt werden, stehen Anwendern damit zum Zugriff bereit.
Nutzlasten der Heron-Familie wie auch Systeme und Anwendungen, die der Kunde beisteuert, lassen sich dank offener Architektur flexibel einbinden. Flugsteuerung und Missionsmanagement sind getrennt ausgeführt, was Upgrades erleichtert und die Avionik über den gesamten Lebenszyklus weiterentwickelbar hält.
Heron MK II: größere Zelle, mehr Nutzlast, 160 PS
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die Heron MK II gewachsen: 9,7 Meter misst der Rumpf, knapp 17 Meter die Spannweite. Für interne und externe Nutzlasten einschließlich Unterflügellasten steht damit mehr Raum zur Verfügung, ohne dass die Leistung leidet. Eine Zertifizierung nach internationalen wie militärischen Lufttüchtigkeitsstandards ist im Systemdesign ebenfalls vorgesehen.
Hohe Steigleistung und effizienter Betrieb in geringen wie großen Flughöhen – bis 35.000 Fuß – sind die Auslegungsziele des neuen Triebwerks mit 160 PS. 145 Knoten beträgt die Höchstgeschwindigkeit; die Steigleistung liegt um mehr als 50 Prozent über der älterer Systeme.
Bei 1.430 Kilogramm liegt die maximale Startmasse (MTOW), bis zu 490 Kilogramm davon sind Nutzlast; die maximale Flugdauer reicht bis zu 45 Stunden.

Als weitere Stärke gilt die Widerstandsfähigkeit bei schwierigem Wetter: Enteisungssysteme machen Einsätze auch unter widrigen Bedingungen möglich, etwa über Gebirgen und Seegebieten. Besonderes Gewicht hat zudem der Schutz von Kommunikations-, Navigations- und Flugsystemen gegen Stör- und Manipulationsversuche: GPS und Datenverbindungen sind gegen elektronische Störungen wie Cyberangriffe abgesichert. Laufend prüft die Plattform dabei die eigene Position und den Systemzustand, damit Manipulationen oder unbefugte Eingriffe auffallen.
Bodensegment mit Unified Control System
Geführt wird die Mission aus dem Unified Control System (UCS). Dessen Benutzeroberfläche ist hochautomatisiert – die Besatzung soll weniger belastet werden und sich mehr der Mission selbst als dem Fliegen widmen können.
Zur modernen Missionskontrollzentrale gehören mehrere Displays, HOTAS-Bedienelemente („Hands-on-Throttle-and-Stick“) und ein Tablet mit Touchscreen. Sämtliche Sensordaten werden verarbeitet, korreliert und in ein gemeinsames interaktives Lagebild überführt. Rollen, Start und Landung sind autonom möglich; flug- und missionskritische Systeme sind mehrfach redundant aufgebaut.
Geplant und durchgeführt werden komplette Missionen über eine grafische Oberfläche, die kartenbasiert und per Touch bedienbar ist. Im laufenden Einsatz lassen sich Flugpläne ändern, einzelne Interessengebiete vorrangig behandeln oder neue Aufgaben vergeben. Die Bediener können sich so stärker der Missionsführung widmen, da die Flugsteuerung selbst weitgehend automatisiert läuft.
Im Einsatz ist die Heron-Familie seit 1994; über 22 Kunden nutzen sie, und mehr als 750.000 Flugstunden sind zusammengekommen. Mit der Heron MK II treibt IAI das Konzept vor allem in puncto Reichweite, Nutzlast, Sensorik, Vernetzung und Autonomie voran – ein neuer Maßstab für fortschrittliche MALE-UAS.
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