Kamikaze-Drohne K2: Baykar zeigt KI-gestützte Schwarmdrohne
Mit der K2 folgt auch Baykar dem KI-Trend: Die Kamikaze-Drohne soll im Schwarm fliegen, ohne GNSS navigieren und über 2.000 Kilometer weit kommen. Erste Formationsflüge über dem Golf von Saros sind absolviert.

Dem internationalen KI-Trend kann sich auch der türkische Drohnenhersteller Baykar nicht entziehen und präsentiert mit der K2 eine Kamikaze-Drohne, die im Schwarm fliegt. Das bekannteste Produkt des Hauses, die Bayraktar TB2, hat kürzlich die Millionste Flottenflugstunde erreicht. Ihr trägerfähiges Pendant TB3 wiederum startet und landet inzwischen problemlos autonom auch vom türkischen Träger „TCG Anadolu”.
Was die Kamikaze-Drohne K2 auszeichnet
Bei einem Gewicht von nur 800 Kilogramm soll die Drohne einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf mehr als 13 Stunden lang tragen und mit 200 km/h über 2.000 Kilometer weit fliegen können. Ermöglicht wird das durch eine ausgefeilte Aerodynamik: Ein Leitwerk hat die K2 nicht, gesteuert wird über Elevons und Ailerons an den langgestreckten Flügeln, die bis über das Heck hinaus nach hinten gepfeilt sind. Deren Effizienz erhöhen Wingtip Fences.

Zusätzlichen Auftrieb liefern gestreckte Canards mit Klappen am Bug. Dank dieser Aerodynamik kann das Luftfahrzeug insgesamt auch von kurzen Start- und Landebahnen aus operieren.
Als Hauptsensor dient ein stabilisierter, schwenkbarer Kameraturm mit elektrooptischer und Infrarot-Kamera, der für Navigation, Zielerfassung und Angriff gleichermaßen genutzt wird. Ausgelegt ist die Navigationsarchitektur der K2 Kamikaze-Drohne auf Umgebungen mit elektronischer Kriegsführung, in denen globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) nicht verfügbar oder stark gestört sind. Ihre Position ermittelt die Plattform dann, indem sie mit der Kamera Geländemerkmale visuell abtastet. Diese Scanfähigkeit erlaubt ununterbrochene Navigation und eine autonome Annäherung an das Ziel auch ohne GNSS-Signale.
Über das Kamerasystem kann die K2 Aufklärung und Überwachung betreiben und Ziele mittels visueller Zielerfassung punktgenau erfassen. Präzisionsschläge auf Basis von Koordinaten beherrscht die Plattform ebenfalls. Für maximale operative Flexibilität sorgen die Satelliten-Datenverbindung (Line-of-Sight/LOS) und Beyond-Line-of-Sight (BLOS).
Formationsflüge über dem Golf von Saros
In der zweiten Märzwoche flogen fünf K2 Drohnen vom Testzentrum Keşan aus über dem Golf von Saros erfolgreich in den Formationen „Rechtsstaffel”, „Linie” und „V”. Mithilfe ihrer Künstlichen Intelligenz, ihrer Sensoren und ihrer Software bestimmten die K2-Plattformen in den Testszenarien ihre Position relativ zu den anderen Fluggeräten im Schwarm, hielten ihren Platz in der Formation fehlerfrei und erfüllten sämtliche zugewiesenen Aufgaben.
Schon in der ersten Märzhälfte hatten zwei Stealth-Jettdrohnen vom Typ Bayraktar Kizilelma einen autonomen Flugtest in loser Formation absolviert. Roberto Cingolani, Vorstandsvorsitzender des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo, kündigte daraufhin am 12. März den ersten Demonstrationsflug bemannter und unbemannter Plattformen von Leonardo und Baykar an.
Dabei soll im April und im Mai das leichte Kampfflugzeug M-346 als Mutterflugzeug zwei unbemannte Kampfflugzeuge vom Typ Kizilelma steuern.
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