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Unmanned Systems / Aerial Drones

MQ-9B als unbemannter Frühwarner: Saab und General Atomics arbeiten an gemeinsamer UAEW-Lösung

Schwedische Radartechnik auf einer amerikanischen Drohne: Saab und General Atomics Aeronautical Systems wollen die MQ-9B zur unbemannten luftgestützten Frühwarnplattform ausbauen. Ein Erstflug einer AEW-Version ist ab 2026 geplant.

Saab-UAEW auf dem General Atomics MQ-9B

Grundlage einer neuen unbemannten luftgestützten Frühwarnlösung (Unmanned Airborne Early Warning, UAEW) soll das unbemannte Flugsystem MQ-9B von General Atomics Aeronautical Systems werden. Gemeinsam entwickeln will sie Saab, das die strategische Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen bekannt gegeben hat.

In der Partnerschaft trifft das Know-how von Saab bei Systemen zur luftgestützten Frühwarnung und Kontrolle (AEW&C) auf die Technologie für unbemannte Luftfahrzeuge von General Atomics. Die Integration der Saab-Sensoren für luftgestützte Frühwarnung (AEW) in das MQ-9B-System übernimmt General Atomics. Ergebnis der neuen Fähigkeit sollen eine lückenlose Überwachung und ein umfassendes Lagebild in den jeweils zugewiesenen Einsatzräumen sein.

Saab-Radar für die MQ-9B des US-Drohnenherstellers

Künftig erhält die unbemannte MQ-9B des amerikanischen Drohnenbauers also AEW-Sensorik aus Schweden. Schon das Basismodell der Drohne kommt auf 24 Meter Spannweite und trägt markante Winglets; dank großzügig bemessener Treibstoffreserven erreicht es eine Flugdauer von bis zu 40 Stunden.

Eingeführt haben die MQ-9B bereits unter anderem Großbritannien, Belgien, Kanada, Polen, Japan, Taiwan und Indien, außerdem das Special Operations Command (SOCOM) der US-Luftwaffe.

Der schwedische Hersteller verspricht sich von der Kombination mit seinem Radar „eine kontinuierliche Überwachung definierter Gebiete und ein verbessertes Lagebewusstsein”.

Kostenvorteil gegenüber bemannten Frühwarnflugzeugen

Bislang unerwähnt blieb ein Aspekt: Im Vergleich zu bemannten AEW&C- oder AWACS-Flugzeugen mit ihren vielen spezialisierten Besatzungsplätzen dürfte diese Lösung finanziell deutlich weniger ins Gewicht fallen – auch wenn die Sensorreichweite vermutlich geringer, die Verweildauer dafür aber länger ist.

Mit diesem Aufgabenfeld befasst sich General Atomics deshalb schon länger. Konzeptstudien und technische Analysen gingen der Frage nach, ob die MQ-9B mit Unterstützung eines spezialisierten Radarherstellers anspruchsvolle Operationen wie AEW-Missionen bewältigen kann.

Beim „Combined Naval Event 2023” in Farnborough stellte das Unternehmen dann eine Studie zur AEW&C-Fähigkeit der MQ-9B vor. Das darin gezeigte Konzept umfasste IFF- und BMC2-Fähigkeiten sowie eine Radarlösung mit zwei Pods: unter jedem Flügel ein Radarpod, dazu ein zentraler, konform angebrachter Rumpfbehälter für Verarbeitungs- und Kühltechnik. Diese Konfiguration ähnelt der jetzigen Kooperation mit Saab stark.

Ab 2026 will General Atomics eine AEW-Version der MQ-9B fliegen lassen. Basis dafür ist das MQ-9B-STOL-Modell (Short Takeoff and Landing), an dem derzeit noch entwickelt wird.

Saab sieht Ergänzung des AEW&C-Portfolios

Mit Blick auf das in Paris präsentierte System erklärt Carl-Johan Bergholm, der bei Saab den Geschäftsbereich Surveillance leitet: „Wir bringen unsere außergewöhnliche Fähigkeit zur Detektion und Verfolgung auch schwer erfassbarer Ziele in ein System ein, das auf den MQ-9B zugeschnitten ist – ganz im Sinne der spezifischen Anforderungen unserer Kunden”. Er fügt hinzu: „Diese unbemannte AEW-Lösung im mittleren Höhenbereich, die das Know-how beider Unternehmen vereint, hat großes Potenzial, unser bestehendes AEW&C-Portfolio zu ergänzen und unseren Kunden eine weitere hochmoderne Fähigkeit zu bieten.”

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