Unbemannte Bodensysteme: Tschechien testet über 30 Roboterplattformen bei „Drone Shield 2026”
Drei Tage lang, vom 22. bis 24. September, standen in Lipník nad Bečvou unbemannte Bodensysteme auf dem Prüfstand. Die tschechischen Streitkräfte verglichen dort mit Industrie und Fachleuten Herstellerangaben mit dem, was Soldaten tatsächlich brauchen.

Unbemannte Bodensysteme und Robotik bilden einen Schwerpunkt der internationalen experimentellen Übung „Drone Shield 2026”: Die tschechischen Streitkräfte prüfen zusammen mit Vertretern der Industrie und Fachleuten, welche Einsatzmöglichkeiten moderne Systeme dieser Art bieten. Schauplatz ist das NATEP-UGV-Testgelände (Nationaler Technologischer Prüfstand für unbemannte Bodensysteme) in Lipník nad Bečvou, südöstlich von Olmütz (Olomouc). Unbemannte Rad- und Kettenfahrzeuge sowie vierbeinige Robotersysteme standen dort im Mittelpunkt.
Ein Industrietag für unbemannte Landfahrzeuge (UGV) eröffnete das dreitägige Programm, das vom 22. bis 24. September lief: Nahezu 30 Unternehmen und Organisationen brachten mehr als 30 robotische Plattformen mit. Um eine klassische Technikschau ging es dabei nicht – vielmehr sollten verschiedene technologische Ansätze auf potenzielle militärische Nutzer treffen. Gezeigt wurden eigens für militärische Aufgaben entwickelte Systeme ebenso wie Dual-Use-Technologien.

Die Robotik entwickelt sich außerordentlich schnell. Ein großer Teil der Innovationen entsteht heute nicht ausschließlich in der traditionellen Verteidigungsindustrie— Oberst Jan Jelínek, Direktor der Agentur für Kommunikations- und Informationssysteme
Umso wichtiger sei es, so Jelínek, Technologien mit den konkreten Anforderungen der Soldaten abzugleichen und jene Lösungen zu identifizieren, die einen tatsächlichen militärischen Nutzen bringen.
Unbemannte Bodensysteme im Praxistest: Herstellerangaben auf dem Prüfstand
Auf die Vorstellung der einzelnen Systeme folgte die Praxis: Militärische Spezialisten und zivile Experten nahmen die Leistungsfähigkeit der Plattformen, ihr Verhalten im Gelände und verschiedene autonome Funktionen unter die Lupe. Grundlage war der Ansatz TEVV (Testing, Evaluation, Verification and Validation) – so ließen sich über reine Fähigkeitstests hinaus die Angaben der Hersteller kontrollieren und mit dem tatsächlichen Bedarf der Streitkräfte abgleichen.

Die Liste möglicher Einsatzbereiche ist lang: Aufklärung, Logistik, Materialtransport, Pionieraufgaben, Kampfmittelräumung oder Einsätze in gefährlichen Umgebungen könnten künftig unter anderem von solchen Systemen unterstützt werden. Jeder Plattformtyp – Rad- und Kettenfahrzeuge, vierbeinige oder humanoide Systeme – soll dabei bestimmte Aufgaben übernehmen.
Autonome Funktionen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Automatische Navigation, Hinderniserkennung oder das Folgen von Personen und Fahrzeugen sollen die Bediener entlasten. Nicht beabsichtigt ist, den Menschen aus dem Entscheidungsprozess herauszunehmen; vielmehr soll seine Belastung sinken und sein Schutz in gefährlichen Situationen steigen.
Aus den gesammelten Daten, Nutzererfahrungen und Erkenntnissen wollen die tschechischen Streitkräfte eigene Anforderungen an künftige unbemannte Systeme ableiten. Das Programm in Lipník nad Bečvou gehört zur umfassenderen experimentellen Übung „Drone Shield 2026”, in der neben unbemannten Bodensystemen auch unbemannte Luftfahrzeuge sowie deren Erkennung, Identifizierung und Abwehr behandelt werden.
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© Czech Republic MoD · © Tschechien MoDWeiterlesen

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