Unbemannte Überwasserfahrzeuge aus Flensburg: Stark und Flensburger Shipyard planen Vanta-Fertigung
Eine Absichtserklärung soll den Weg ebnen: Die Werft FSG könnte künftig Starks unbemannte Überwasserfahrzeuge der Vanta-Familie in größerer Zahl bauen. Produktionszahlen und Zeitplan sind noch offen.

Unbemannte Überwasserfahrzeuge (USV) aus der Vanta-Reihe von Stark könnten künftig in Flensburg entstehen – und das in höherer Zahl. Eine Absichtserklärung darüber hat das Unternehmen nun mit der Werft Flensburger Shipyard unterzeichnet; beide wollen beim Bau unbemannter Seesysteme kooperieren.
Stark bringt dabei sein Entwicklungs-Know-how für KI-gestützte und autonome Systeme ein, die Flensburger Shipyard (FSG) ihre Kapazitäten in Konstruktion und Fertigung. Angestrebt wird eine USV-Produktion in Deutschland, bei der die Vorlaufzeiten sinken und die Stückzahlen steigen.

Als Hintergrund nennen die Unternehmen, dass Nord- wie Ostsee hybriden Bedrohungen ausgesetzt sind und unbemannte Systeme deshalb an Bedeutung gewinnen. Gemeint sind insbesondere Spionage, Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur sowie GPS-Störungen. USV eignen sich unter anderem für die maritime Aufklärung oder dafür, kritische Infrastruktur zu überwachen.
Mit der Flensburger Shipyard schaffen wir die industrielle Basis, um unbemannte Seesysteme in der nötigen Stückzahl in Deutschland zu fertigen und einen Beitrag zum Schutz deutscher und europäischer Gewässer zu leisten— Max Berger, Director Maritime bei Stark
„Seetaube“ schon an die Bundeswehr übergeben
Die Bundeswehr erhielt im August mit der „Seetaube” das erste autonome Überwassersystem von Stark. Gemeinsam in Dienst gestellt haben es das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR), der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, das Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr sowie die deutsche Marine.
Aufgabe der „Seetaube” ist es vor allem, Aufklärungslücken zu schließen, die hybride Bedrohungen im Küstenmeer und rund um kritische maritime Infrastruktur aufreißen. Langfristig sollen unbemannte Systeme – etwa aus der Vanta-Familie – wiederkehrende Aufklärungsaufgaben übernehmen, damit Fregatten und andere bemannte Einheiten entlastet werden.
Für Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft und Technologie in Schleswig-Holstein, birgt die Zusammenarbeit zudem industriepolitisches Potenzial:
Ich bin überzeugt, dass sich daraus für dieses zunehmend wichtige Segment nicht nur Synergien für die stetig wachsenden Herausforderungen der Marine ergeben, sondern auch Fachkompetenz und Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein und Deutschland gestärkt werden.— Claus Ruhe Madsen, Wirtschafts- und Technologieminister Schleswig-Holstein
Unbemannte Überwasserfahrzeuge als neues Werftgeschäft
Für die Werft selbst bedeutet die Kooperation den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld beziehungsweise dessen Ausbau. Die Flensburger Shipyard kann auf eine Geschichte von mehr als 150 Jahren zurückblicken; Erfahrung bringt sie bei komplexen Spezialschiffen und maritimen Systemen mit.
Mit dieser Absichtserklärung erweitern wir unser Portfolio um ein Zukunftsfeld, das perfekt zu unserer über 150-jährigen Tradition als Innovationswerft passt— Frank Mallon, Geschäftsführer FSG
Mit Stark sichern und bauen wir gezielt technologische Kompetenz im Bereich unbemannter Seesysteme auf unserer Werft aus – das stärkt nicht nur unser eigenes Zukunftsgeschäft, sondern gibt auch dem Schiffbaustandort Flensburg und der Region neue industrielle Perspektiven.— Frank Mallon, Geschäftsführer FSG
Wie viele Einheiten wann gebaut werden sollen, haben die Partner bisher nicht bekanntgegeben. In den nächsten Monaten wollen beide festlegen, wie es weitergeht und wie die Vanta-USV-Familie gemeinsam produziert und industriell hochskaliert werden kann.
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