USV „Seetaube”: Bundeswehr übernimmt von Stark ihr erstes autonomes Überwasserfahrzeug
Sechs Meter lang, gebaut auf der Vanta-Plattform: Mit dem USV „Seetaube” erprobt die Bundeswehr maritime Aufklärung. In den kommenden Monaten folgen die Ausbildung des Bedienpersonals und weitere Tests auf See.

Das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) der Bundeswehr hat von Stark das erste autonome unbemannte Überwasserfahrzeug (USV) übernommen. Getauft wurde das sechs Meter lange Fahrzeug auf den Namen „Seetaube”, technische Basis ist die Vanta-Plattform.
Erprobt wird das USV zunächst für die maritime Aufklärung. Hinter dem Projekt steht der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, der es als Innovationsvorhaben gemeinsam mit dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr umsetzt. Auf dem Programm der kommenden Monate stehen die Ausbildung des Bedienpersonals sowie weitere Tests auf See.
Hochautomatisiert aufklären: das USV im Einsatz
An Bord der Seetaube befinden sich Sensoren, Kameras und Radar. Innerhalb definierter Parameter navigiert das System auf Grundlage vorgeplanter Missionen selbstständig und operiert hochautomatisiert. Überwacht wird der Einsatz von einem Bediener, der jederzeit eingreifen kann.
Was die Sensoren erfassen, gelangt über eine sichere Verbindung zum Bedienterminal und steht dort sofort für ein Lagebild bereit. Darüber hinaus soll das Fahrzeug als zusätzliche Peilbasis dienen und Schiffe und Boote der Bundeswehr dabei unterstützen, Signale auf See präzise zu orten.
Eine Antwort auf die zunehmend komplexe Sicherheitslage im maritimen Raum – so sieht die Bundeswehr die Seetaube. Verdächtige Aktivitäten sollen damit frühzeitig erkannt, Aufklärungsdaten schneller und präziser bereitgestellt werden.
Entwickelt wurde die Vanta-Familie für Aufklärung und Wirkung in Küstennähe sowie zum Schutz von Häfen und kritischer maritimer Infrastruktur. Mehr als 45 Knoten erreicht die Plattform, ihre Nutzlast kann bis zu 500 Kilogramm betragen.
Bereits demonstriert hat Stark, dass sich die tube-launched Loitering Munition Cascade von einer Vanta-Plattform aus starten lässt. Je nach Konfiguration lässt sich das Fahrzeug damit als Träger von Effektoren in einen Aufklärungs- und Wirkverbund einbinden.
Seeausdauer und ein hoher Automatisierungsgrad erlauben es unbemannten Systemen, Aufgaben in Aufklärung und Überwachung dauerhaft zu übernehmen. Bemannte Schiffe werden dadurch entlastet, ihre Einsatzbereitschaft steigt.
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© Bundeswehr/HilmWeiterlesen

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