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Unmanned Systems / Aerial Drones

VTOL-Drohne Gökhun: Esen setzt auf Zweitaktmotor von Sky Power International

VTOL-Drohne aus der Türkei: Esen kombiniert im Gökhun die Mobilität eines kleinen Systems mit der Leistung eines taktischen. Den Antrieb liefert Sky Power International – mit rund neun Stunden Flugdauer bei 12 Kilogramm Nutzlast.

Gökhun VTOL
© Esen

Mit dem Gökhun hat das türkische Unternehmen Esen eine taktische VTOL-Drohne entwickelt – ein System für Senkrechtstart und -landung (VTOL, Vertical Take-Off and Landing), das hohe Flexibilität und Modularität bietet und ohne Infrastruktur auskommt. Als unbemanntes Luftfahrzeugsystem (UAS) verbindet Gökhun die Mobilität eines unbemannten Luftfahrzeugs (UAV) der NATO-Klasse I mit der Leistungsfähigkeit eines taktischen Systems der Klasse II. Ausgelegt ist es für komplexe Missionen zur Aufklärung und Überwachung (ISR; Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) an Land und auf See.

Antrieb und Leistungsdaten der VTOL-Drohne

Für den Antrieb sorgt der moderne Zweitaktmotor SP 210 FI SG von Sky Power International. Mit 12 Kilogramm Nutzlast bleibt das System damit rund neun Stunden in der Luft. Das maximale Abfluggewicht beträgt 110 Kilogramm, die Reichweite über 150 Kilometer (LOS), die Gipfelhöhe 5.500 Meter – Werte für lang andauernde Aufklärungsmissionen. Geflogen wird mit einer Reisegeschwindigkeit von 96 bis 158 km/h.

11 kW bei 5.500 rpm leistet der luftgekühlte Zweizylinder, der lediglich 9,4 Kilogramm wiegt. Twin-Spark-Zündung, elektronische Kraftstoffeinspritzung und integrierte Sensorik sorgen für ein robustes und emissionsarmes Motormanagement, abgestimmt auf UAV-Einsätze unter extremen Bedingungen – ob in der Wüste oder auf See. Dank einer elektrischen Leistung von 12–15 V DC lassen sich Sensoren und Kommunikationssysteme direkt über das Bordnetz versorgen.

Für Start und Landung genügt dem Gökhun eine Fläche von zehn mal zehn Metern. Das integrierte Navigationssystem Gördes macht es von Signalen des globalen Satellitennavigationssystems (GNSS) unabhängig. Redundant ausgeführt sind sämtliche sicherheitskritischen Systeme, darunter Navigation, Energieversorgung und Datenlink. Zusätzliche Betriebssicherheit bringen ein GNSS-Störschutz und eine Funktion, die das System bei Linkverlust automatisch zurückkehren lässt.

Zwei Personen reichen für Transport und Betrieb, nach rund 15 Minuten ist das System einsatzbereit. Laut Hersteller erlaubt die modulare Bauweise eine „einfache Wartung und flexible Nutzlastkonfiguration” – beispielsweise für den gleichzeitigen elektrooptisch/infraroten Einsatz (EO/IR), für Kommunikationsaufklärung oder für Anwendungen zur Suche und Rettung (SAR). Weil die Bodenstation übertragbar sei, ermögliche sie ein „dynamisches Missionsmanagement im Feld”.

Nach Herstellerangaben hält Gökhun Temperaturen von minus 30 Grad bis plus 55 Grad stand, bleibt bei Windgeschwindigkeiten bis 40 Knoten stabil und ist ITAR-frei konstruiert. Damit erfülle es die NATO-Standards AEP-83/84 und tauge für nationale wie internationale Einsätze, vom Grenzschutz über Katastrophenhilfe bis zu maritimer Aufklärung und Präzisionslandwirtschaft.

Karsten Schudt, Geschäftsführer der Sky Power International GmbH, fasst zusammen: „Die Kombination aus hoher Missionsausdauer, modularer Architektur und redundantem Systemdesign macht das Gökhun zur leistungsfähigen ISR-Plattform in schwierigen Einsatzumgebungen”.

Fotocredits

© Esen
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