VTOL-Drohnen: Sikorsky präsentiert unbemannte Nomad-Familie offiziell
Vom 25-Kilogramm-System bis zur Größe eines Black Hawk: Sikorsky skaliert seine Rotor-Blown-Wing-Drohnen zur VTOL-Drohnen-Familie Nomad. Als Nächstes steht der Erstflug des Nomad 100 an, gesteuert wird mit der Autonomietechnologie Matrix.

Offiziell vorgestellt hat Sikorsky nun seine Nomad-Familie – unbemannte Drohnen für Senkrechtstart und -landung (VTOL), die ohne Landebahn auskommen. Vorausgegangen war vor weniger als einem Jahr der erfolgreiche Nachweis, dass ein neuartiger Rotor-Blown-Wing-Vertikalstarter, ein unbemanntes Luftfahrzeugsystem (UAS), zuverlässig ist und die erwartete Flugleistung bringt. Mit den VTOL-Drohnen tritt der Hersteller nun an die Öffentlichkeit.
Mit zwei Proprotoren kombiniert das Konzept, was Hubschrauber und Starrflügler jeweils auszeichnet: die Vielseitigkeit des einen, Geschwindigkeit und Reichweite des anderen. Die Luftfahrzeuge der Nomad-Reihe heben senkrecht ab, landen senkrecht und können in der Luft schweben; danach operieren sie effizient im Horizontalflug. Gesteuert werden sie durch die Autonomietechnologie Matrix von Sikorsky. Als Antrieb dienen meist hybrid-elektrische Systeme, größere Varianten haben ein konventionelles Triebwerk.
Rich Benton, Vice President und General Manager bei Sikorsky, erläutert die Wortwahl: „Wir sprechen bewusst von einer ‚Familie’, weil sich das Design flexibel skalieren lässt – vom kleinen Group-3-UAS bis hin zur Größenordnung eines Black-Hawk-Helikopters”. Und weiter: „Diese Nomad-Drohnen sind anpassungsfähig, unabhängig von Start- und Landebahnen und sowohl an Land als auch auf See einsetzbar – für militärische, sicherheitspolitische und zivile Missionen. Sie wirken als Force Multiplier, der Plattformen wie dem Black Hawk zusätzliche Fähigkeiten verleiht und den strategischen Vorteil insbesondere im indo-pazifischen Raum sichert.”
VTOL-Drohnen: Nomad 100 steht vor dem Erstflug
Im vergangenen März wurde der Prototyp Nomad 50 mit 3,1 Meter Spannweite erfolgreich erprobt. Derzeit entsteht bei Sikorsky der größere Nomad 100, eine Group-3-Version mit 5,5 Meter Spannweite. In den kommenden Monaten soll sie zum Erstflug abheben.
Ausgelegt sind die Nomad-VTOL-UAS unter anderem für Aufklärung, leichten Angriff und Einsätze in umkämpften Logistikumgebungen. Dank modularer Architektur reicht die Skalierung vom 25 Kilogramm schweren Group-3-System bis zu den größeren Klassen Group 4/5. Entwickelt wurde die Matrix-Technologie von DARPA und Sikorsky Innovations; als offenes System lässt sie sich nahtlos in Drehflügler wie Starrflügler integrieren. Erfolgreich gezeigt wurde sie bereits bei Luftbrandbekämpfung, logistischer Versorgung und fortschrittlicher Luftmobilität.
Dan Shidler, Direktor für Advanced Programs bei Sikorsky, ordnet das Programm so ein: „Nomad steht für den nächsten Technologiesprung in der autonomen, langandauernden Luftaufklärung”. Er ergänzt: „Wir reagieren damit direkt auf Rückmeldungen des US-Verteidigungsministeriums und verfolgen einen beschleunigten Entwicklungsansatz, um eine Drohnenfamilie zu schaffen, die nahezu überall starten, landen und ihre Mission selbstständig durchführen kann – in den Händen von Soldaten, Marines, Seeleuten und Piloten gleichermaßen.”
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