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Technology / Aerial Drones

Airlabs Austria: „Bestehende Systeme genügen nicht”

Airlabs Austria ist das nationale Innovationslabor für unbemannte Luftfahrtsysteme. Auf der „DroneVation & Defence 2025” (DVD 2025) sprach der Technische Produktmanager Robin Deutsch im Interview über aktuelle Projekte und Anwendungsfelder.

„Bestehende Systeme genügen nicht.” ‒
© Militär Aktuell

Herr Deutsch, welche Forschungsprojekte verfolgt Airlabs Austria aktuell?
Ein zentrales Forschungsfeld ist derzeit „Sense and Avoid” – also die Fähigkeit von Luftfahrzeugen, andere Flugobjekte zu erkennen und ihnen auszuweichen. Solche Kollisionsvermeidungssysteme gibt es in der bemannten Fliegerei schon seit Jahrzehnten. Das ist natürlich auch bei Drohnen ein großes Thema.

AirLabs: „Bestehende Systeme genügen nicht.” ‒
Im Gespräch mit Redakteur Markus Schauta erzählte Robin Deutsch von den jüngsten Entwicklungen bei Airlabs. · © Militär Aktuell

Unser Forschungsprojekt evaluiert, ob bestehende Kollisionsvermeidungssysteme bei Drohnen ausreichen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Bestehende Systeme genügen nicht; sie sind nicht ausreichend robust, nicht zuverlässig genug und haben begrenzte Reichweite. Untersucht wurde primär der zivile Bereich. Die Ergebnisse sind jedoch auch für militärische Anwendungen relevant – etwa bei Übungen im zivilen Luftraum.

Ein weiteres aktuelles Forschungsprojekt ist IFIRE. Die Abkürzung steht für Icing Forecast in Real Environment. Entwickelt wird ein Tool, dass das Risiko von Eisansatz ab einer bestimmten Flughöhe prognostiziert. So lassen sich kritische Wetterlagen frühzeitig erkennen und gefährliche Situationen vermeiden, in denen eine vereiste Drohne binnen Sekunden abstürzen könnte.

Ist IFIRE eine rein softwarebasierte Lösung oder sind zusätzliche Module und Sensoren an Bord der Drohne erforderlich?
Beides. Zum einen entwickeln wir eine Software, die Austrian Icing Map heißen wird. Mithilfe dieser Software kann man feststellen, ob Vereisungsgefahr besteht, wenn man von A nach B fliegt und in welcher Höhe Vereisung stattfinden könnte.

Für das Projekt werden jedoch auch Sensoren benötigt, mit denen wir eine Drohne bestücken. Um das Tool zu validieren, fliegen wir mit dieser Drohne gezielt in diesen Bereich und schauen, ob Vereisung auftritt oder nicht. Sollten diese Sensoren melden, dass tatsächlich Vereisung auftritt, kann damit die Software bestätigt werden.

Zu Ihren Projekten zählen auch die Rehkitzrettung oder die Vermessung alpiner Gebiete. In welchen Anwendungsfeldern sehen Sie mittelfristig das größte Potenzial – kommerziell oder gesellschaftlich?
Rehkitzrettung ist natürlich eine schöne Sache. Potenzial sehe ich aber auf alle Fälle bei Vermessung und Inspektion, etwa bei Autobahnen, Stromleitungen oder Windrädern. Derzeit übernehmen Hubschrauber diese Aufgaben – mit hohen Kosten. Drohnen könnten hier eine deutlich effizientere Alternative bieten. Potenzial gibt es auch bei der Paketzustellung, das ist regulatorisch derzeit aber leider nur schwer umsetzbar.

Kennen Sie Staaten, wo Paketzustellung per Drohne bereits umgesetzt wurde?
In den USA hat Amazon Standorte, wo das bereits funktioniert und Pakete direkt vor die Haustüre zugestellt werden. Es gibt auch Projekte in Deutschland, wo etwa Medikamente vom Festland auf Inseln transportiert werden. Allerdings handelt es sich dabei um Modellregionen – der Betrieb befindet sich jeweils noch in der Testphase.

Fotocredits

© Militär Aktuell
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