Unbemannte Bodenfahrzeuge als „Wingmen“: ARX Robotics und GDLS-UK vernetzen Hector mit Ajax
Unbemannte Bodenfahrzeuge sollen künftig vom britischen Ajax aus geführt werden. Den Anfang macht der Hector von ARX Robotics; zugleich prüfen die Partner, ob autonome Landsysteme in größerer Stückzahl in Großbritannien gefertigt werden können.

Autonome unbemannte Bodenfahrzeuge sollen künftig vom britischen Spähpanzer Ajax aus geführt werden. Zunächst wollen ARX Robotics und General Dynamics Land Systems-UK dazu das unbemannte Fahrzeug Hector mit dem Ajax vernetzen. Auf längere Sicht könnten Aufklärung, Schutz und Kampf von ganzen Gruppen robotischer „Wingmen“ übernommen werden.
Für die British Army wollen ARX Robotics und General Dynamics Land Systems-United Kingdom (GDLS-UK) gemeinsam Crewed-Uncrewed Teaming entwickeln – so sieht es die vereinbarte Zusammenarbeit vor. Zentral ist die Frage, auf welche Weise sich unbemannte und autonome Bodenplattformen künftig von bemannten Ajax-Fahrzeugen aus führen und koordinieren lassen.
Den ersten Schritt bildet die Integration des Hector von ARX Robotics mit dem Ajax. Vorstellbar ist ein Einsatz des unbemannten Bodenfahrzeugs als autonomer „Wingman”, der Aufgaben in Aufklärung, Überwachung, Schutz und Kampf übernimmt. Bemannte Verbände sollen so größere Reichweite und ein besseres Lagebild erhalten, während Soldaten aus besonders gefährlichen Bereichen herausgehalten werden.

Basis dafür ist die offene, digitale Architektur, über die der Ajax verfügt. Per Generic Vehicle Architecture (GVA) sollen Besatzungen autonomen Systemen künftig Aufträge erteilen, sie überwachen und im Einsatz führen. Die Unternehmen geben an, dass Ajax dank seiner Fähigkeiten in Sensorik, Datenverarbeitung und Führung schon jetzt wesentliche Voraussetzungen mitbringt, um unbemannte Systeme als Plattform für Kommando und Kontrolle zu steuern.
Unbemannte Bodenfahrzeuge unter Führung des Ajax
Für das Fahrzeug selbst könnte das eine deutlich erweiterte Rolle bedeuten. Ajax würde dann nicht mehr ausschließlich selbst aufklären, sondern könnte unbemannte Plattformen vorschieben, die weitere Sensoren oder sonstige Nutzlasten dichter an die Bedrohung heranbringen.
Leitlinie der Kooperation sind die künftigen Einsatzkonzepte der British Army, allen voran deren 20-40-40-Vision. Nach dieser sollen bemannte, unbemannte und autonome Systeme enger zu einer vernetzten Streitmacht verknüpft werden.
„Die British Army muss sich nicht zwischen ihren bestehenden Plattformen und der neuen Generation autonomer Systeme entscheiden. Die Chance besteht darin, sie so miteinander zu verbinden, dass sie als eine integrierte Streitmacht kämpfen”— David Roberts, CEO von ARX Robotics UK
„Durch die Kombination von Ajax mit autonomen Hector-Wingmen können wir die Reichweite und Fähigkeiten bemannter Plattformen erhöhen und gleichzeitig die Zahl der Soldaten reduzieren, die Gefahren ausgesetzt werden müssen.”— David Roberts, CEO von ARX Robotics UK
Auch bei GDLS-UK gilt die offene Ajax-Architektur als entscheidendes Plus. Scott Milne, dort Vice-President und General Manager, verweist darauf, dass sich autonome Plattformen, zusätzliche Sensorik und weitere Anwendungen auf diese Weise vergleichsweise schnell integrieren ließen – und seine Fähigkeiten im Takt des technologischen Fortschritts weiterentwickelt werden könnten.
Britische Fertigung autonomer Landsysteme wird geprüft
Mit der technischen Integration ist die Kooperation allerdings nicht erschöpft. Parallel wollen beide Unternehmen klären, wie sich autonome Landsysteme künftig in größerer Stückzahl in Großbritannien fertigen und langfristig unterstützen lassen.
Wichtig könnten dabei jene Kapazitäten für Produktion und Integration werden, über die GDLS-UK in Südwales bereits verfügt. Geprüft wird etwa:
- Endmontage sowie Integration der Systeme
- Fertigungstechnik und CNC-Bearbeitung
- britische Lieferketten aufzubauen
- Ausbildung, Wartung und die Betreuung der Systeme über lange Zeit
„Wenn Großbritannien Autonomie in relevanter Größenordnung einsetzen will, braucht es auch die entsprechende souveräne Produktionsfähigkeit”— David Roberts
Über ein einzelnes Integrationsprojekt geht die geplante Kombination aus Ajax und Hector für ARX Robotics und General Dynamics damit hinaus. Sie soll Verbänden den Weg bereiten, in denen klassische gepanzerte Fahrzeuge gemeinsam mit autonomen Robotern operieren: der bemannte Ajax als digitaler Führungsknoten, unbemannte Systeme als vorgeschobene „Wingmen”.
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