V-BAT für die Sakura-Klasse: Japans Marine erhält erste Drohnen von Shield AI
In Yokosuka ist die erste Lieferung der V-BAT eingetroffen. Die senkrecht startenden Drohnen sollen die neuen Patrouillenschiffe der Sakura-Klasse ergänzen, mit denen die JMSDF Zerstörer und Minensuchboote von Überwachungsaufgaben entlasten will.

Die erste Lieferung von Drohnen des Typs V-BAT ist in der Marinebasis Yokosuka eingetroffen. Das teilten die japanischen See-Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF) am 9. Dezember mit. Bereits im Jänner dieses Jahres hatten die JMSDF entschieden, diesen Drohnentyp einzuführen.

Entwickelt hat die V-BAT das amerikanische Rüstungsunternehmen Shield AI; auffällig ist ihre kreuzförmige Gestalt. Weil die Drohnen senkrecht starten und landen, genügt für ihren Einsatz eine Fläche von nur 4,6 x 4,6 Meter. In der Ausführung für die JMSDF misst die V-BAT 2,7 Meter in der Länge und 3 Meter in der Spannweite, mit Treibstoff und Nutzlast wiegt sie ungefähr 57 Kilogramm. Die Drohne kann höchstens 12 Stunden fliegen und bis zu 180 Kilometer weit reichen. Ein Team aus zwei Personen macht das System in etwa 30 Minuten einsatzbereit. Japanisches Marinepersonal wurde von Juni bis September 2025 beim Hersteller in den USA auf die Drohne eingeschult.
Vorgesehen sind die Drohnen für die Sakura-Klasse, eine neu bei den JMSDF eingeführte Schiffsklasse. Diese Patrouillenschiffe (offshore patrol vessels – „OPV”) wurden eigens dafür ausgelegt, in Friedenszeiten Aufklärung zu betreiben und die Aktivitäten ausländischer Marineschiffe in den Gewässern rund um Japan zu überwachen. Bislang übernahmen Zerstörer diese Aufgaben. Weil Nachbarländer wie China und Russland ihre maritimen Aktivitäten in den vergangenen Jahren jedoch rapide ausgeweitet haben, mussten auch Minensuchboote und Versorgungsschiffe für die Überwachung abgestellt werden. Das schränkt diese wiederum bei ihren Hauptaufgaben ein und beeinträchtigt die allgemeine Einsatzbereitschaft der JMSDF.
Neue Patrouillenschiffe als Plattform für die V-BAT
Am 13. November wurden die ersten beiden Einheiten der neuen Klasse in der Yokohama-Werft von Japan Marine United getauft und vom Stapel gelassen. Das erste Schiff, das der Klasse ihren Namen gibt, heißt „Sakura”, das zweite „Tachibana”. In Dienst gestellt werden soll die Sakura im Jänner 2027, die „Tachibana” im Februar 2027. Zwei weitere Schiffe der Sakura-Klasse sollen bis Ende März 2026 vom Stapel laufen.
Für diese vier Schiffe waren im Fiskaljahr 2023 Mittel von 35,7 Milliarden Yen (rund 196 Millionen Euro) eingeplant. Für den Bau eines fünften und sechsten Schiffes hat das japanische Verteidigungsministerium im Budgetantrag für das Fiskaljahr 2026 weitere 28,7 Milliarden Yen (rund 157 Millionen Euro) beantragt. Nach einem Beschaffungszeitraum von zehn Jahren soll die Flotte dann insgesamt zwölf Patrouillenschiffe umfassen.
- Standardverdrängung: 1.900 Tonnen
- Gesamtlänge: 95 Meter
- Breite: 12 Meter
- Tiefgang: 4,2 Meter
- Geschwindigkeit: 25 Knoten (rund 46 km/h)

Angetrieben werden die Schiffe dieselelektrisch: Zwei Elektro- und zwei zuschaltbare Dieselmotoren wirken auf die beiden Propellerwellen (CODLAD-Konfiguration). Zusätzlich sitzt unterhalb der Wasserlinie ein Bugstrahlruder, das die Manövrierfähigkeit verbessert. So können die Schiffe auch ohne Schlepperhilfe in kleinen Häfen anlegen. Gegen die Rollbewegung bei rauer See ist ein spezielles Stabilisierungssystem vorgesehen.
Weniger Personal dank Automatisierung
Für den Betrieb der Patrouillenschiffe genügt eine Besatzung von nur etwa 30 Personen – ein wesentliches Merkmal der Klasse. Möglich machen das automatisierte Navigations- und Steuerungssysteme, wie sie in der Handelsschifffahrt bereits üblich sind. Damit will man dem wachsenden Personalmangel begegnen, der auf niedrige Geburtenraten zurückgeht.
Bewaffnung, Flugdeck und Hangar
Weil die Schiffe vor allem in Friedenszeiten überwachen und kontrollieren sollen, tragen sie als einzige Waffe eine 30-Millimeter-Kanone vor der Brücke. Am Heck liegt ein Mehrzweckdeck, auf dem Drohnen eingesetzt werden und Hubschrauber starten und landen können. Ein Hangar dient zur Wartung der Drohnen, Hubschrauber passen jedoch nicht hinein.
Zusätzlich zu den Drohnen erhalten die Schiffe Geräte zur elektronischen Aufklärung und Informationsgewinnung. Genaueres dazu ist derzeit noch nicht bekannt.
Fotocredits
© Shield AI · © Wikipedia · © Japan MoDWeiterlesen

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