Unbemannte Landfahrzeuge mit Fahrerplatz: Eiselin Landsystems zeigt Sand-X DOV beim KSK-Symposium
Bemannt fahren, aus dem Rucksack fernsteuern oder autonom laufen lassen: Eiselin Landsystems zeigt beim KSK-Symposium mit dem Sand-X DOV, wie unbemannte Landfahrzeuge für die „letzten 100 Meilen” ausgelegt sein können – einsetzbar von minus 45 bis plus 50 Grad Celsius.

Unbemannte Landfahrzeuge, die sich bei Bedarf auch mit Fahrer bewegen lassen – dieses Konzept hat Eiselin Landsystems mit dem Sand-X Dual Operating Vehicle (DOV) beim KSK-Symposium gezeigt. Gedacht ist das Fahrzeug für die „letzten 100 Meilen”, also für jene Einsatzabschnitte, in denen Straßen, Infrastruktur und klassische Fahrzeuglogistik nicht mehr ausreichen.
Rund 25 Jahre reicht das Sand-X-Konzept zurück; entwickelt wurde es für unterschiedliche Gelände- und Klimazonen. Einsetzbar ist das Fahrzeug nach Unternehmensangaben zwischen minus 45 und plus 50 Grad Celsius – unter arktischen Bedingungen ebenso wie in heißen, trockenen Einsatzräumen. Betrieben werden kann die Plattform bemannt, ferngesteuert oder autonom; ausgelegt ist sie für Aufklärung, Verwundetentransport, logistische Aufgaben und Feuerunterstützung.
Eine Plattform, mehrere Rollen
Vielseitigkeit ist das Grundprinzip: Abhängig vom Auftrag lässt sich das Fahrzeug für Aufklärungszwecke, als MEDEVAC-Fahrzeug, für den Materialtransport oder zur Feuerunterstützung ausrüsten. Statt für jede Aufgabe eine eigene Plattform bereitzuhalten, soll ein einziges Fahrzeug je nach Einsatzprofil angepasst werden.
Den Antrieb liefert ein Viertakt-Dreizylindermotor aus finnischer Fertigung; die Produktion des Systems erfolgt laut Eiselin Landsystems in Deutschland. Kompakte Bauform, Geländegängigkeit und missionsspezifische Ausstattung sollen das Fahrzeug zusammen vor allem für schnelle Kräfte und für Einsätze fern befestigter Infrastruktur interessant machen.
Unbemannte Landfahrzeuge mit Kontrollstation im Rucksack
Zentral für das Sand-X DOV ist der schnelle Wechsel zwischen Betrieb mit und ohne Besatzung. Sämtliche Komponenten, die für die Bedienung aus der Distanz nötig sind, stecken in einer Kontrollstation, die in einem Rucksack transportiert wird.

Ob mit Fahrer oder unbemannt gefahren wird, muss so nicht schon vor Beginn einer Mission feststehen; die Besatzung kann die Betriebsart der Lage entsprechend wechseln. Über die Fernsteuerung hinaus ist nach Angaben des Unternehmens auch ein autonomer Betrieb möglich.
Verschiedene Optionen stehen für die Kommunikation bereit – genannt wurden ein Mesh-Netzwerk, Starlink und weitere Funklösungen. Steuerbar und in die Missionsführung eingebunden soll das Fahrzeug damit auch dann bleiben, wenn klassische Kommunikationswege ausfallen oder nur eingeschränkt nutzbar sind.

Gefechtsfeldradar und Sensoren an Bord
Gezeigt wurde beim KSK-Symposium eine Spezialausführung des Sand-X DOV. An Bord waren ein Ground Observation GO12 Gefechtsfeldradar von Thales, Wärmebild- und Infrarotsensoren sowie Kameras.
So ausgestattet, dient die Plattform nicht allein dem Transport von Material oder Personal, sondern auch als mobile Aufklärungsplattform. Gefechtsfeldradar sowie optische und thermische Sensoren sollen der Besatzung – oder dem Operator an der Fernsteuerung – ein verbessertes Lagebild verschaffen.
Fotocredits
© Militär Aktuell/BendlWeiterlesen

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